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Geothermie-Bohrungen in St. Gallen verzögern sich

Neue Verzögerung beim geplanten Geothermie- Kraftwerk in der Stadt St. Gallen: Die zweite Ausschreibung des Bohrauftrags ist zwar ohne Einsprachen abgelaufen, doch ein geeigneter Bohrturm für das Erdwärme-Projekt ist gegenwärtig nicht verfügbar.

Südostschweiz
Mittwoch, 09. Mai 2012, 14:20 Uhr
Ein Bohrturm auf dem Areal des Werkhofes Kleinhüningen in Basel (Symbolbild).

St. Gallen. – Die Stadt St. Gallen musste den Bohrauftrag für das geplante Geothermie-Kraftwerk neu vergeben. Zwei unterlegene Bohrfirmen hatten die erste Ausschreibung angefochten und im vergangenen Dezember vor dem Verwaltungsgericht Recht bekommen. Gemäss dem Urteil waren die Zuschlagskriterien nicht genügend transparent.

Der 14-Millionen-Auftrag wurde neu ausgeschrieben. Da dieses Mal keine Beschwerden eingereicht wurden, sollten die Bohrmaschinen nach den Sommerferien auffahren. Trotzdem komme es zu einer weiteren Verzögerung, sagte der zuständige Stadtrat Fredy Brunner am Mittwoch vor den Medien.

Mit Spannung erwartete Bohrungen

Das Unternehmen, welches den Auftrag erhalten habe, verfüge im Moment über keinen Bohrturm mit der notwendigen Hakenlast von 450 Tonnen. Bohrtürme dieser Grösse seien in ganz Europa gesucht. Die Stadt werde nun alle möglichen Alternativen prüfen, sagte Brunner.

Laut geologischen Abklärungen wird in 4000 Metern Tiefe heisses Wasser vermutet. Gewissheit bringen aber erst die Bohrungen. Die Stimmberechtigten der Stadt hatten das Erdwärme-Projekt im Umfang von 160 Millionen Franken im November 2010 gutgeheissen. Ursprünglich sollte Ende 2011 mit den Bohrungen begonnen werden.

76 Millionen Franken kosten die Tiefenbohrungen und der Bau des Kraftwerks; der Bund hat eine Risikogarantie von 24 Millionen Franken zugesichert. Für 83 Millionen wird das Fernwärme-Netz in Etappen ausgebaut. Mittelfristig sollen bis zur Hälfte der Gebäude in der Stadt umweltfreundlich mit Geothermie geheizt werden. (sda)

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