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Fischsterben: «Wir sind erschüttert»

Im Bereich der Stauanlage Punt dal Gall im Nationalpark sind am Wochenende praktisch sämtliche Wasserlebewesen vernichtet worden. Grund dafür waren technische Probleme bei den Engadiner Kraftwerken. Das Amt für Jagd und Fischerei hat Anzeige erstattet.

Südostschweiz
Montag, 01. April 2013, 18:32 Uhr
Totes Gewässer: Im Spöl wurde alles Leben vernichtet.

Zernez. – Tausende Fische sind verendet und der Lebensraum im Spöl wurde auf einer Strecke von sechs Kilometern komplett zerstört - so lautet die erste Bilanz des Umweltunfalls im Nationalparks vom Wochenende. Für Heinrich Haller, Direktor des Schweizerischen Nationalparks ist der Vorfall ein GAU. «Wir sind erschüttert», sagt er. Er spricht von einem «massiven ökologischen Verlust mitten im Nationalpark», vom «schlimmsten Fall in der Geschichte des Nationalparks».

Anzeige gegen Engadiner Kraftwerke

Eine eiligst zusammengestellte Task Force muss nun den Unfall genau abklären. Das Bachbett soll zudem so schnell und gut wie möglich gereinigt werden. Beim Amt für Jagd und Fischerei wird weiter eine Schadensberechnung gemacht. Ausserdem hat der Vorfall ein juristisches Nachspiel. Gegen die Engadiner Kraftwerke hat das Amt Anzeige erstattet. «Wir wollen sauber abklären, ob dieser Vorfall voraussehbar war oder nicht und ob irgendwelche Übertretungen da sind», sagt Marcel Michel, der Präsident der Schweizerischen Vereinigung der Fischereiaufseher ist. Der Schaden müsse auf jeden Fall berappt werden. (fh)

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