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Erster Bibernachweis in der Linthebene

Zum Jahreswechsel hat ein Anwohner auf Gemeindegebiet Benken Nagespuren eines Bibers entdeckt. Dies ist der erste Bibernachweis im Linthgebiet nach seiner Ausrottung vor über 200 Jahren.

Südostschweiz
Donnerstag, 16. Januar 2014, 13:13 Uhr

Benken. – Der Biberbestand wird im Kanton St. Gallen auf 120 Tiere geschätzt. Der erste Nachweis eines Bibers gelang im Mai 2010 an der Glatt bei Gossau. Seither breitet sich diese Nagetierart kontinuierlich aus. Das eine besetzte Gewässersystem ist das Thur-Einzugsgebiet mit Glatt und Sitter, das von mehreren Biberfamilien bewohnt wird, heisst es in einer Mitteilung der Staatskanzlei St. Gallen vom Donnerstag.

Einzeltiere fanden den Weg schon bis nach Ebnat-Kappel. Das zweite besiedelte Gewässersystem ist das Rheintal mit seinen vielen Nebenflüssen, Kanälen und Gräben. Aktuell gibt es Nachweise bis in die Region Wartau. Neu hat der Biber jetzt das dritte Gewässersystem, das Linthgebiet, erreicht. Eine Bibermeldung im Jahr 2011 aus Rapperswil-Jona entpuppte sich als eine aus Gefangenschaft entwichene Nutria, eine südamerikanische Sumpfratte.

Entschädigungen von Bund und Kanton

Aus welcher Population der Biber ins Linthgebiet eingewandert ist, bleibt unbekannt. Es gibt vier Möglichkeiten: Von der Limmat über den Zürichsee ins Linthgebiet, vom Greifensee-Pfäffikersee nach Hinwil und von da in das Einzugsgebiet der Jona, von der Thur im Toggenburg über Bäche am Ricken in die Linthebene oder vom Rheintal über die Seez via Walensee.

Der Umgang mit dieser geschützten Tierart ist im Konzept Biber des Bundes geregelt. Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen und an Wald werden bei gewissen Umständen nach Jagdgesetz von Bund und Kanton entschädigt. Seine Bauten und Dämme sind geschützt. Der kantonale Wildhüter, Benedikt Jöhl aus Amden, Telefon 079 727 86 06, steht beratend zur Verfügung und nimmt Hinweise entgegen. (so)

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