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Disentis will Bischof Huonder nicht

Bischof Vitus Huonder und die Kirchgemeinde Disentis liegen sich in den Haaren: Huonder hat untersagt, dass Abt Daniel Schönbächler in Disentis firmt. Den Bischof wiederum will ein Teil der Eltern nicht als Firmspender akzeptieren.

Südostschweiz
Sonntag, 05. Februar 2012, 07:00 Uhr
Nicht erwünscht: In Disentis lehnt man Bischof Vitus Huonder ab.

Disentis/Chur. – Die Spende der Firmung, die zu den wichtigsten Sakramenten der katholischen Kirche zählt, ist bei Letzerer Chefsache. In aller Regel nimmt sie ein Bischof vor. In den meisten Gemeinden firmt der Bischof von Chur aber nur alle paar Jahre persönlich – darunter auch in Disentis. In der Zwischenzeit fungiert im Klosterdorf jeweils der örtliche Abt als Firmspender. Heuer allerdings wäre die Reihe wieder einmal am Churer Bischof Vitus Huonder.

Schönbächler – und eben nicht Huonder

Der Gedanke, Huonder könnte ihre Kinder firmen, ist nun aber bei einem Teil der betroffenen Eltern nicht gut angekommen. Dorfpfarrer Alexi Manetsch bestätigt einen Bericht von Radio Rumantsch, wonach die Disentiser Kirchgemeinde am bischöflichen Hof in Chur darum gebeten habe, auch in diesem Jahr Abt Daniel Schönbächler als Firmspender einzusetzen.

Manetsch hat Verständnis für die Haltung der Eltern. «Wir wollen nicht zurück ins Mittelalter», sagt er mit Blick auf die Kritik, Huonder pflege ein äusserst konservatives Weltbild. (obe)

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