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Chur erlebte eine Sternstunde

Chur ist ab sofort auch im All vertreten: Gestern hat die Astronomische Gesellschaft Graubünden ihren vor zwei Jahren entdeckten Asteroiden offiziell der Stadt gewidmet.

Südostschweiz
Donnerstag, 27. Oktober 2011, 11:50 Uhr
Sternwarteleiter José de Queiroz (rechts) erklärt, wo sich der Asteroid «Chur» im Weltall gerade befindet.

Von David Frische

Chur. – «Vom Montalin aus kann man auf Chur hinab schauen und von Falera nun auch auf Chur hinauf», verkündete Thomas Castelberg gestern an einer Medienorientierung in der Churer Finanz- und Liegenschaftsverwaltung – und der Präsident der Astronomischen Gesellschaft Graubünden hat recht.

Denn seit Kurzem trägt der Asteroid mit der Nummer 269550 offiziell den Namen «Chur». Entdeckt hat ihn José de Queiroz, Leiter der grössten Sternwarte der Schweiz in Falera, im November 2009.

Auf der Jagd nach Himmelskörpern

De Queiroz ist ein sogenannter «Asteroidenjäger», das heisst er sucht im Weltall nach Himmelskörpern, deren Laufbahn sich von jener der Sterne unterscheidet. Wie der Astronom erklärt, ist er einer von ungefähr fünf Hobby-Jägern in der Schweiz. «Chur» ist nur einer von mehreren Asteroiden – Kleinplaneten aus Stein oder Eisen –, die er eindeutig lokalisieren konnte.

Hat er einen Asteroiden entdeckt, steht ihm rechtmässig die Benennung des Himmelskörpers zu. Dazu stellte de Queiroz bei der Internationalen Astronomischen Union (IAU) in Paris (Frankreich) einen Antrag, den Asteroiden 269 550 auf den Namen «Chur» zu taufen. Knapp zwei Jahre nach seiner Entdeckung wurde der Asteroid somit von der IAU sowie dem Minor Planet Center der Universität Harvard in Cambridge (USA) offiziell nach der Bündner Alpenstadt benannt.

Chur in einer anderen Dimension

Das Objekt hat einen Durchmesser von ungefähr zwei Kilometern und war zum Zeitpunkt der Entdeckung rund 300 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Seine Idee, den Asteroiden «Chur» zu nennen, erklärt der Portugiese de Queiroz damit, dass er seit 35 Jahren in der Schweiz lebe und während dieser Zeit Chur ins Herz geschlossen habe, da er sich hier oft aufhalte. Stadtpräsident Christian Boner zeigt sich über die neue Vertretung der Alpenstadt im All erfreut: «Für Chur ist heute eine Sternstunde. Die Benennung des Asteroiden ist eine Ehre.»

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