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Bauarbeiter finden in Chur ein Mammut-Skelett

Auf einer Baustelle in Chur haben Bauarbeiter vergangene Woche ein Skelett eines Mammuts entdeckt. Der Archäologische Dienst Graubünden hat auf dem betroffenen Areal einen Baustopp verhängt und wird Teile des Fundes noch diese Woche in einem Blocktransport ins Labor bringen.

Südostschweiz
Dienstag, 01. April 2014, 09:00 Uhr

Chur. – Wie Kantonsarchäologe Thomas Reitmaier auf Anfrage von «suedostschweiz.ch» sagte, sei der Fund wissenschaftlich relevant. «Vergangenen Mittwoch hat die Baufirma den Fund dem Archäologischen Dienst gemeldet. Da dieser wissenschaftlich relevant ist, verhängten wir sofort einen Baustopp», so Reitmaier weiter. Seither werde die Fundstelle dokumentiert und anschliessend wieder freigegeben. Wie lange die Arbeiten vor Ort dauern werden, konnte Reitmaier nicht sagen.

Betroffen war in einem ersten Schritt ein 18 auf 43 Meter grosser Platz hinter dem neuen Medienhaus der Somedia auf dem Rossboden. Das Untersuchungsgebiet hat sich inzwischen aber beinahe verdreifacht. Wie Andrea Masüger, CEO der Somedia, auf Anfrage sagte, sei der Baustopp zwar ärgerlich, «aufgrund des doch sehr speziellen Fundes bleibt uns aber gar keine andere Wahl». Von Vorteil sei die Lage hinter dem Mediengebäude, sodass bereits Gebautes voraussichtlich nicht wieder abgerissen werden müsse, so Masüger weiter. Dennoch werde der weitere Bauverlauf aber verzögert – im schlechtesten Fall für das Unternehmen bis zu einem Jahr.

Zusammenhänge mit früheren Funden?

Bereits abtransportiert wurden vergangene Woche Stoss- und Backenzähne. Diese haben laut Reitmaier die Identifizierung des Mammuts erleichtert. Der Rest des Fundes wird derzeit in sogenannte Erdblöcke eingegipst und anschliessend als Blocktransport ins Labor des Archäologischen Dienstes transportiert. Dort werden laut Reitmaier der Werkstattchef sowie eine Restauratorin und eine Konservatorin die Funde genauer untersuchen.

Inwiefern die Funde mit bereits früher in Graubünden gemachten Ausgrabungen wie beispielsweise im Keschgebiet oder den 2007 im Bergün entdeckten versteinerten Fussabdrücken in einer Felswand zusammenhängen, konnte Reitmaier noch nicht sagen. Wahrscheinlich sei aber, dass Teile des Fundes zu einem späteren Zeitpunkt im Bündner Naturmuseum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. (phw)

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