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Basler Forscher entschlüsseln körpereigene Hautkrebs-Prophylaxe

Forscher des Friedrich Miescher Instituts (FMI) in Basel haben entdeckt, wie sich der Körper gegen Schäden durch Sonnenlicht schützt. Die im Fachmagazin «Cell» publizierte Studie bildet einen Ansatz für die Entwicklung von neuen Hautkrebsmedikamenten.

Südostschweiz
Mittwoch, 30. November 2011, 10:50 Uhr
Die UV-Strahlung der Sonne schädigt unser Erbgut und kann so Hautkrebs verursachen.

Basel. – Die UV-Strahlung der Sonne ist für unsere Haut gefährlich. Sie schädigt unser Erbgut und kann so Hautkrebs verursachen. Dass nicht jeder Sonnenbrand in Krebs endet, ist unter anderem dem Umstand zu verdanken, dass der Körper verschiedene Strategien hat, um das geschädigte Erbgut zu reparieren, wie das FMI mitteilt.

Ein Forschungsteam um Nicolas Thomä vom FMI hat herausgefunden, wie der Körper sich gegen eine besonders tückische Art der Erbgut-Schädigung wehrt. In diesem Fall verschmelzen zwei Bausteine des Erbguts. Diese so genannten Dimere werden vom Reparatursystem der Zelle nur schlecht erkannt.

Ganz bestimmter Eiweiss-Komplex

Thomä und sein Team entdeckten nun aber, dass ein ganz bestimmter Eiweiss-Komplex die UV-Schäden erkennen und die betroffenen Zellen eliminieren kann. «Dieser Prozess wirkt wie eine molekulare Sonnencrème und schützt die Zelle vor Schäden und damit vor Hautkrebs», wird Thomä in der Mitteilung zitiert.

Der Forscher hofft, dass sich auf der Basis der nun entzifferten Eiweiss-Strukturen Wirkstoffe gegen Krebs herstellen lassen. Besonders interessant sind die Erkenntnisse bei Krankheiten wie dem Cockayne Syndrom oder Xeroderma Pigmentosa, bei denen Betroffene wegen eines Fehlers in diesem Reparaturprozess besonders anfällig sind auf UV-Strahlen. (sda)

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