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Alp-Sprella-Projekt des SAC ist umstritten

Die leer stehende Alp Sprella in der Val Mora (Val Müstair) soll nach den Plänen der SAC-Sektion Engiadina Bassa zu einer SAC-Hütte mit Sommerbetrieb umgebaut werden. Doch die Umweltverbände und die Stiftung Landschaftsschutz lehnen die Umnutzung der Alp strikte ab.

Südostschweiz
Sonntag, 10. April 2011, 19:00 Uhr
Die heute ungenutzte Alp Sprella in der Val Mora (Val Müstair).

Müstair. - Geht es nach den Vorstellungen der Sektion Engiadina Bassa des SAC, verwandelt sich schon bald die Alp Sprella in der Val Mora in eine komfortable und moderne Unterkunft für Wanderer, Bergsteiger und Velofahrer.

Die Alp Sprella gehört der Gemeinde Val Müstair, wird aber von der Landwirtschaft nicht mehr genutzt und steht seit Jahren leer. Sie wäre nach Ansicht von Gemeindepräsident Arno Lamprecht ideal geeignet, in eine SAC-Hütte umgewandelt zu werden.

«Wir versprechen uns davon eine Aufwertung der touristischen Infrastruktur und der Gemeindevorstand steht voll und ganz hinter dem SAC-Projekt», so Arno Lamprecht. Geplant ist, sowohl die Alphütte wie auch den daneben gelegenen Stall auszubauen.

Nur im Sommer offen

Insgesamt würde so mit einer Investition von rund 1,8 Millionen Franken dann eine Fläche von etwa 430 Quadratmetern zur Verfügung stehen, was Platz für 60 bis 70 Betten schaffen würde. Angestrebt ist jetzt nur noch der Betrieb im Sommer, damit das Val Mora im Winter Rückzugsgebiet für Wildtiere bleiben könnte.

In den ersten Überlegungen des SAC war auch eine intensive Nutzung im Winter angedacht gewesen. Davon ist man inzwischen abgerückt und dennoch melden Umweltschützer weiter Bedenken an. Pro Natura, WWF Graubünden und die Stiftung Landschaftsschutz lehnen die Umnutzung der Alp Sprella in eine SAC-Hütte nach wie vor kategorisch ab.

So hat sich die Stiftung Landschaftsschutz bereits für das Verfahren angemeldet, wie Raimund Rodewald bestätigt. Das Projekt tangiere seiner Meinung nach eine geschützte Landschaft, die zu den grossartigsten Tälern der Schweiz gehört. «Es ist ein Ort der Ruhe. Ich habe mich bereits in einem Forschungsprojekt kritisch zu einem touristischen Ausbau geäussert». Mit dem Umbau würde seiner Meinung nach das Tal definitiv touristisch erschlossen. (jp)

Mehr in der «Südostschweiz» von morgen.

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