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Entscheid liegt bei den Gemeinden

Im Auftrag aller Prättigauer Gemeinden soll die Abteilung «Prättigau Marketing» bei der Region das gemeinsame Tourismusmarketing übernehmen.

Klosterser
Zeitung
05.10.22 - 09:31 Uhr
Tourismus
Die Tourismusorganisation im Prättigau soll neu aufgegleist werden.
Die Tourismusorganisation im Prättigau soll neu aufgegleist werden.
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Die neue Abteilung «Prättigau Marketing» bei der Region Prättigau/Davos soll ab April 2023 im Auftrag aller Gemeinden im Tal ein Basis-Informationsangebot für Gäste sicherstellen und dafür sorgen, dass die Marke Prättigau präsent bleibt. Für eine Umsetzung ist die Zustimmung jeder Gemeinde zu einer Leistungsvereinbarung mit der Region notwendig. Dafür sind mit Ausnahme von Klosters die Gemeindeversammlungen zuständig, in Schiers findet eine Urnenabstimmung statt.

Gemeinden stimmen ab

Bereits definitiv ist der Entscheid in Klosters, wo der Gemeindevorstand sich für den Abschluss der Leistungsvereinbarung ausgesprochen hat. Heute Freitag, 7. Oktober, wird die Schierser Gemeindeversammlung die Vorlage zuhanden der Urnenabstimmung vom 11. Dezember vorberaten. Conters, Fideris, Furna, Grüsch, Jenaz, Küblis, Luzein und Seewis entscheiden laut aktuellem Informationsstand an den Gemeindeversammlungen, die üblicherweise im November oder Anfang Dezember stattfinden.

Schiers wieder dabei

«Prättigau Marketing» soll neu entstehen, weil die 2007 gegründete regionale Tourismusorganisation Prättigau Tourismus GmbH (PT) nach dem Willen der aktuell noch sieben Trägergemeinden per Ende April 2023 den Betrieb einstellt. Zu ungewiss war trotz sehr gutem Leistungsausweis die weitere Finanzierung im bisherigen Umfang durch die Gemeinden, und zudem gab es nach dem Ausstieg des Regionalzentrums Schiers im Sommer 2020 auch eine massgebende Lücke. Bei «Prättigau Marketing» soll nun aber nicht nur Schiers wieder dabei sein. Auch Klosters und Küblis, welche weiterhin zur Destination Davos Klosters gehören, sollen eingebunden werden. Somit wären alle zehn Prättigauer Gemeinden touristisch zum ersten Mal in einer Einheit organisiert.

Im Vergleich mit der Vorgänger-Organisation PT unterscheidet sich «Prättigau Marketing» aber nicht nur durch den Einbezug aller Gemeinden, sondern auch durch deutliche Reduktion der Ausstattung und der Leistungen. PT wurde bis 2020 mit einem jährlichen Gemeindebeitrag von Fr. 500 000 von acht Gemeinden wesentlich finanziert. Neu sollen es für «Prättigau Marketing» noch weniger als die Hälfte sein, nämlich Fr. 240 000 pro Jahr. Damit kann eine Basis-Dienstleistung mit Gästeinformation und Beratung (online und telefonisch) weiterhin angeboten werden, wobei die umfangreiche Website von PT (praettigau.info) als Grundlage weiter gepflegt und betrieben wird. Für den Betrieb der Geschäftsstelle sind 120 Stellenprozente vorgesehen.

Buchungsplattform könnte bleiben

Weitergehende Leistungen wie Marketing-Kampagnen, Angebots- und Produkteentwicklungen, Drucksachen, Mitwirkung an Anlässen oder Messeauftritte können von «Prättigau Marketing» nur erbracht werden, wenn diese von Gemeinden oder auch Dritten bestellt und zusätzlich finanziert werden (Personal- und Sachkosten). Zu diesem sogenannten Flex-Bereich gehört auch der Betrieb einer Direktbuchungsplattform für Unterkünfte und Angebote auf der Website.

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