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«Soldiering on»

«Soldiering on»

Im englischen Sprachgebrauch gibt es den Ausdruck «soldiering on». Es beschreibt das Bild von Soldaten, die ihre Aufgabe weiterhin erfüllen, obwohl sie längst genug haben.

Barbara
Gassler
vor 2 Monaten in
Tourismus
Während des Winters bot Davos viele Gelegenheiten, der Enge der Pandemie zu entfliehen.
Marcel Giger (snow-world.ch)

Genau dieses Bild steigt vor dem inneren Auge auf, wenn gegenwärtig in der Hotellerie nach der Saison und den Erwartungen für den Saisonabschluss gefragt wird. So nutzten gerade mal zwei von acht willkürlich angeschriebenen Hotels die Gelegenheit sich zu äussern.
Benjamin Schibli vom Hotel Ducan in Monstein hatte zu der zu Ende gehenden Saison Folgendes zu sagen: «Wir hatten rein über den Winter gesehen eine Umsatzeinbusse von 38 Prozent. Davon sind circa 20 Prozent dem entfallenen WEF zu verschulden und cira 18 Prozent aus fehlenden Einnahmen aus der Restauration. Dank den Kurzarbeit-Hilfsmassnahmen konnten wir jedoch den Verlust in Grenzen halten und können knapp mit einem ‹breakeven› den Winter abschliessen.» Buchungen von Skitourengängern – zu Ostern vermeldet er sogar, ausgebucht zu sein – ermöglichten es ihm, noch bis zum 11. April offen zu halten. In den Tagen davor würde die Auslastung allerdings nur 30 Prozent, in der Woche danach 40 Prozent betragen, ergänzt Schibli.
Bis die Parsennbahn schliesst
David Spielbauer vom Reservationsbüro des Hotels Seehof stellt fest, dass die vergangene Wintersaison auch für sie aussergewöhnlich gewesen sei und extrem kurzfristiges «Handling» gefordert habe. «Schätzungsweise wurden 80 Prozent der Buchungen mehr oder weniger kurzfristig getätigt.» Gemeint ist damit eine Anreise innerhalb der zehn der Buchung folgenden Tage. Man habe gespürt, dass die Gäste die Bekanntgabe der jeweils geltenden Corona-Massnahmen abgewartet hätten. Allerdings hätten sie in vielen Fällen bereits zu Beginn der Woche abschätzen können, dass das Wochenende wieder gut gebucht sein würde. «Auch die anstehenden Ostertage füllen das Haus nochmal nahezu komplett», ergänzt Spielbauer. «Aufgrund der sehr kurzfristigen Buchungen wurden natürlich auch Dienste der Mitarbeiter kurzfristig angepasst oder abgeändert, weshalb wir grösstenteils dem Saisonschluss entgegenblicken.» Dazu beitragen haben mag auch das Verhalten der Gäste, deren Verständnis für die Hotel-lerie und deren Massnahmen sehr unterschiedlich gewesen sei. Alleine aufgrund der internen Zahlen habe man sich zwar nicht in wie in einer Pandemie gefühlt. «Die Schutzmassnahmen sowie die Vorkehrungen in den Restaurationen und im Wellnessbereich haben uns immer wieder daran erinnert.» Nun würde der Seehof sich bis Ostermontag noch in der durchgehenden Saison befinden und anschliessend bis zum Saisonende der Parsennbahn am 18. April jeweils noch an den Wochenenden geöffnet halten.

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