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Optimistisches Arosa, missmutiges Engadin

Optimistisches Arosa, missmutiges Engadin

Am vergangenen Freitag hat die Regierung einen Beizen-Lockdown in Graubünden verhängt. Wir haben bei zwei Skigebieten nachgefragt, wie es mit den neuen Massnahmen so läuft.

Südostschweiz
vor 1 Monat in
Tourismus
Restaurant Bergbaiz Bergrestaurant
Geschlossen: Aktuell dürfen Restaurants, inklusive Bergbeizen, keine Gäste bewirten. Nur Take-Away ist erlaubt.
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Eigentlich wäre es ein perfektes Wochenende gewesen, das vergangene, mit diesen kalten Temperaturen und dem Schneefall. Perfekt auch, weil sich die Wintersportler in den Restaurants hätten aufwärmen und verpflegen können. Mit den Vorgaben des Kantons war diese Möglichkeit aber dahin.

Das Wochenende sei aber trotzdem den Umständen entsprechend gut gelaufen, sagte Stefan Reichmuth, Leiter Marketing des Arosa Lenzerheide Skigebiets, gegenüber Radio Südostschweiz. «Die Leute haben die neuen Massnahmen und Einschränkungen akzeptiert.»

In Arosa hätten sich die Betroffenen den neuen Bedingungen rasch angepasst, sagt er. Einige Restaurants hätten bereits auf Take-Away umgestellt, einige weitere hätten sich überlegt, ob sich das für nicht mal zwei Wochen überhaupt noch lohnen würde.

Viele andere Optionen

Reichmuth zeigt sich mit dem ersten Wochenende seit der Verkündung des Gastro-Lockdowns in Graubünden zufrieden: «Wir hatten trotzdem ein schönes Angebot und die Gäste hatten dennoch eine Verpflegungsmöglichkeit. Das wurde von den Gästen sehr geschätzt.» Die Wintersportler seien nicht stark eingeschränkt, findet Reichmuth. «Entweder man verzichtet auf die Verpflegung, nimmt selber in einem Rucksack etwas zu Essen und zu Trinken mit, oder aber man nutzt die Take-Away-Möglichkeiten.»

Auch auf der Piste sei die Stimmung gut gewesen, erzählt Reichmuth und erwähnt einige positive Rückmeldungen. Wichtig sei vor allem, dass die Leute überhaupt rausgehen und sich bewegen dürften. Auch deshalb sei es für das Skigebiet Arosa Lenzerheide nie zur Diskussion gestanden, nicht zu öffnen.

Trotzdem hoffe er, dass auch die gastronomische Verpflegung ab dem 18. Dezember wieder normal möglich sei, so Reichmuth.

Angst vor Littering

Währenddessen sind Betroffene im Engadin nicht ganz so guten Mutes – auch wenn Markus Meili, Geschäftsführer Engadin St. Moritz Mountains, noch zögert, ein Fazit zu ziehen. «Am Sonntag konnten wir das Skigebiet nicht öffnen, die Lawinengefahr war zu gross.»

Am Samstag habe man allerdings erfreulich viele Gäste verzeichnen können. Trotzdem: Es habe sich bewahrheitet, was er befürchtet habe, sagt Meili. Es sei eine schwierige Situation. Die Restaurants im Gebiet hätten nicht nur die Verpflegung zur Aufgabe, sondern auch die sanitären Anlagen zur Verfügung zu stellen und einen Ort zum Aufwärmen zu bieten. Auch als Treffpunkt, wenn man sich unterwegs verliere, seien die Restaurants beliebt. Dies sei nun alles nicht mehr möglich, bedauert Meili. Es gäbe zwar sehr wohl WC-Anlagen, «wenn die Gäste sich in den sanitären Anlagen aber aufhalten, um sich aufzuwärmen, müssen wir sie bitten, diese wieder zu verlassen.»

Auch in St. Moritz kann man auf ein gewisses Take-Away-Angebot zurückgreifen. «Wir sind aber nicht wirklich davon überzeugt», sagt Meili. «Insbesondere auch wegen dem ganzen Littering, das dadurch entsteht.» Weil man keine Sitzmöglichkeiten anbieten dürfe, würden die Gäste das Essen inklusive Verpackung einfach mit auf die Piste nehmen. «Wir werden dann im nächsten Frühling nach der Schneeschmelze genau sehen, was alles konsumiert worden ist», ist sich Meili sicher. (mas)

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