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Coronakrise sorgt für «Tourismus-Graben»

In der Bündner Hotellerie werden allmählich wieder Zimmer reserviert. Doch die Lage ist unterschiedlich: In den Bergen wird gebucht, im Tal viel weniger.

Andri
Nay
Dienstag, 19. Mai 2020, 04:30 Uhr Berg und Tal
Ob ein Hotelzimmer gesucht ist, hängt im Moment davon ab, ob es in den Bergen liegt oder nicht.
PIXABAY

Die Bündner Hotellerie musste in den vergangenen Wochen und Monaten – im Gegensatz zu anderen Branchen – nie ihre Türen schliessen. Und trotzdem haben es viele gemacht: Es kamen schlicht und einfach zu wenig Gäste. Doch nun, da der Bundesrat Schweizerinnen und Schweizern eine Perspektive für Sommerferien im Inland gegeben hat, werden wieder fleissig Hotelzimmer gebucht (Ausgabe vom Samstag).

Gute Stimmung am Berg

Dabei können vor allem Unterkünfte in den Bergen Buchungen verzeichnen. Die Jugendherberge St. Moritz beispielsweise hat schon fast so viele Reservationen wie im Vorjahr vermerkt, wie Mediensprecher André Eisele erklärt. Auch die Pensionen «Berghaus Alpenrösli» in Klosters und die «Alte Post» in Langwies sind bereit für den Sommer – jedoch liegt die Nachfrage noch unter dem Vorjahres-niveau. «Wir hoffen, es kommen in den nächsten Wochen noch mehr Reservationen hinzu», sagt Sina Müntener, Geschäftsführerin der «Alten Post».

Ernüchterung im Tal

Während in den Bergen Ferien boomen, bleiben die Reservationen für Hotels im Tal und in den Städten verhalten. So hat das Hotel «City West» in Chur momentan geschlossen, und für den Sommer kann Hotelier Martin Studer noch gar keine Reservationen vorweisen. Im Hotel «Weiss Kreuz» in Thusis zeigt sich ein ähnliches Bild: Der Buchungsstand für Juli und August liegt unter zehn Prozent. Hotelier Thomas Rüegg sagt dazu: «Wir hoffen, dass wieder mehr Gäste bei uns einkehren, wenn im Juni die Grenzen aufgehen.»

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