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Zukunft von Engadin St. Moritz Tourismus soll schnell geklärt werden

Die Zustände innerhalb der Engadin St. Moritz Tourismus AG (ESMT) schienen zuletzt eher chaotisch und unsicher. Die Ende Januar eingesetzte Arbeitsgruppe, die sich mit der künftigen Aufstellung der ESMT beschäftigt, hat jetzt neue Vorschläge präsentiert. Und es soll schnell weitergehen, wie der Zeitplan bis zur GV am 16. April zeigt.

Südostschweiz
Freitag, 07. Februar 2020, 14:00 Uhr Vorschläge stehen
Im Oberengadiner Tourismus soll möglichst schnell, einfach und transparent Stabilität einkehren.
UNSPLASH/SEPP RUTZ

Wenn in den vergangenen Wochen von Engadin St. Moritz Tourismus, kurz ESMT, die Rede war, ging es meist um Streitereien, Vorwürfe, Geld und Ungewissheit. Damit soll jetzt Schluss sein, hat doch die von der Regionalpräsidenten-Konferenz eingesetzte Arbeitsgruppe ihre konkreten Vorschläge präsentiert. So viel vorweg: es soll schnell gehen. Ab sofort läuft die Vernehmlassung in den Gemeinden und Interessengruppen. Am 16. April, anlässlich der Generalversammlung, sollen sämtliche inhaltlichen, organisatorischen und personellen Fragen geklärt sein und die neuen Statuten und Gremien von den Stimmberechtigten verabschiedet werden.

So sehen die Pläne der Arbeitsgruppe aus:

Die Organisationsstruktur soll radikal umgebaut werden mit dem Ziel, dass die Entscheidungsfindung demokratischer abläuft, das die regionale Wirtschaft nachhaltig gestärkt wird, dass Leistungsträger und Marketingorganisation näher zusammenrücken und dass Interessen gebündelt und der Wissenstransfer gestärkt werden.

Und so soll die neue Struktur aussehen:

Mit dem Vorschlag geht auch eine Anpassung des Artikels 14 der Statuten der ESMT einher, in dem die Zusammensetzung vom und Anforderungen an den Verwaltungsrat und an die einzelnen Mitglieder geregelt werden. Dieser soll nach dem Vorschlag der Arbeitsgruppe ausgebaut und insbesondere der Anforderungskatalog deutlich präzisiert werden.

In der aktuell gültigen Fassung wird zum einen geregelt, wer Verwaltungsratsmitglieder stellt, etwa die Hoteliervereinigung, die Bergbahnen oder die Gemeinden. Zum anderen wird als Anforderungskatalog einzig gesagt, dass die Verwaltungsräte in führender Funktion in einer regionalen, vom Tourismus geprägten Organisation tätig sein müssen.

Der neue Artikel 14 geht sehr viel weiter, indem er konkrete Fähigkeiten und Kompetenzen benennt, die Verwaltungsratsmitglieder mitbringen müssen. Dazu zählen etwa die Fähigkeit zu strategischem Denken, Fach- aber auch Sozial- und Persönlichkeitskompetenz, Team- und Konfliktfähigkeit oder zeitliche Verfügbarkeit. Vor allem aber steht neu: «Unabhängigkeit: keine Interessenbindungen, die eine unabhängige Meinungsbildung verhindern».

Darüber hinaus wird neu auch viel genauer definiert, welche Anforderungen an den Gesamtverwaltungsrat gestellt werden:

Der Grundgedanke, der allen Anträgen und Vorschlägen der Arbeitsgruppe zugrunde liege, so schreibt sie, sei, die Organisation «schnell, einfach und transparent» aufzustellen und die Arbeit nach diesen drei Grundsätzen anzugehen. Was mit «schnell» gemeint ist, hat man oben bereits gesehen: in knapp zweieinhalb Monaten soll die neue Organisation inklusive Statutenänderung und Wahl des neuen Verwaltungsrates bereits stehen.

Einfach bedeute, dass man alle Varianten, die über Gemeindeversammlungen oder Urnenabstimmungen gehen müssten, ausschliesse, schreibt die Arbeitsgruppe. Transparenz schliesslich wolle man schaffen, in dem man – so wie aktuell – laufend und öffentlich über alle Schritte und Entscheidungen informiere. Dazu kündigt sie auch gerade an, dass vom 27. Februar bis zum 10. März das nach der Vernehmlassung überarbeitete Paper öffentlich zur Mitwirkung der Bevölkerung aufliegen werde. Die dabei eingehenden Vorschläge sollen dann umgehend gesichtet und in einem Mitwirkungsbericht erfasst werden und ab dem 13. März soll die Suche nach den maximal neun Verwaltungsratsmitgliedern anlaufen.

Mit der Generalversammlung am 16. April und der Verabschiedung der neuen Statuten und der Wahl des neuen Verwaltungsrates soll dann nach den zuletzt turbulenten Wochen und Monaten endlich Klarheit und Stabilität einkehren im Oberengadiner Tourismus. (ofi)

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