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Die Ammler wollen nicht mit Glarnern um Touristen buhlen

Die Gemeinderäte aus Weesen und Amden haben zugestimmt, in Zukunft eine enge Zusammenarbeit mit Rapperswil Zürichsee Tourismus zu suchen. Visit Glarnerland war als möglicher Partner auch im Gespräch, den Ausschlag dagegen hat aber das Geld gegeben.

Südostschweiz
Donnerstag, 02. Januar 2020, 04:30 Uhr Enge Zusammenarbeit
Amden & Weesen Tourismus arbeitet in Zukunft mit dem Hauptpartner Rapperswil Zürichsee Tourismus zusammen. Davon erhofft man sich auch kantonale Fördergelder.
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Die Arbeitsgruppe «Amden Weesen Tourismus» um den Vorstand der Tourismusorganisation Amden & Weesen Tourismus hat laut einer Mitteilung in den vergangenen zwei Jahren vertieft geprüft, mit welchen Massnahmen die eigene Tourismusorganisation an Schlagkraft gewinnt und mit welcher übergeordneten Tourismusorganisation enger zusammengearbeitet werden soll. Dabei wurden die drei benachbarten Destinationen Heidiland Tourismus, Rapperswil Zürichsee Tourismus und die vor Kurzem gegründete Organisation Visit Glarnerland AG beurteilt. Aufgrund einer vertieften Analyse und der eigenen Bedürfnisse und Ziele habe sich ergeben, dass unter diesen Destinationen Rapperswil Zürichsee Tourismus ein massgeschneidertes Leistungsangebot anbietet und weitere Synergieeffekte genutzt werden können.

Ob gewisse Dienstleistungen und für spezifische Projekte die Zusammenarbeit mit den beiden anderen geprüften Tourismusorganisationen (Heidiland oder Visit Glarnerland AG) gesucht werde, sei absichtlich offengelassen worden. Dies werde in Zukunft situativ entschieden. Als Hauptpartner beider Gemeinden Amden und Weesen gilt ab 1. Januar jedoch Rapperswil Zürichsee Tourismus mit deren Anbindung an Zürich Tourismus.

«Für ein kleines Tourismusgebiet wie Weesen Amden ist es wichtig, dass wir eine Anbindung an die Tourismus-Förderfonds des Kantons St. Gallen haben», sagt der Weesner Gemeindepräsident Marcel Benz gegenüber «TV Südostschweiz». Diese Anbindung bei einer Zusammenarbeit mit Visit Glarnerland nicht möglich, mit Heidiland Tourismus oder Rapperswil Zürichsee Tourismus hingegen schon.

«Weiterhin unabhängig»

Der Verein Amden & Weesen Tourismus, dessen Wirkungsgebiet sich über beide Gemeinden erstreckt, werde als lokale Tourismusorganisation weiterhin unabhängig agieren, heisst es in der Mitteilung. Sein Dienstleistungsangebot wird er neu ausrichten und für die Leistungserbringer der beiden Gemeinden die Schaltzentrale wie Berater und Dienstleister sein.

Zudem könne von der Marktstärke von Rapperswil Zürichsee Tourismus und Zürich Tourismus profitiert werden. Die Region Zürich ist mit knapp 6,3 Millionen Hotellogiernächten schweizweiter Spitzenreiter. Deren Gäste wie auch die dortige Einwohnerschaft, eine wichtige Zielgruppe, gelangen zudem in einer knappen Stunde per Auto oder ÖV in das Naherholungsgebiet in Amden (Berg) und Weesen (See). Ein weiterer Vorteil sei, dass die zehn St. Galler Gemeinden zwischen oberem Zürichsee und Walensee in der Region Zürichsee-Linth zusammenarbeiten und so auch touristisch im deckungsgleichen Raum tätig sind.

Der Anschluss an eine überregionale Destination sowie Kosten-Nutzen-Überlegungen versprechen den Tourismusverantwortlichen den Zugang zu einem weitaus grösseren Markt. Die Tourismusstrategie des Kantons verfolgt zudem das Ziel, die grossen vier Destinationen, wozu auch Rapperswil Zürichsee gehört, zu stärken. Nur durch tiefgehende Kooperationen könne an touristischen Projekten, Innovationen und Weiterentwicklungen partizipiert werden. Und: Touristische Projekte förderten einen attraktiven Freizeit-, Wirtschafts- und Wohnstandort. (sdü)

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