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Kleine Hindernisse mit grossen Auswirkungen abbauen

Rund 20 Prozent der Bevölkerung sind für die Fortbewegung auf ein Hilfsmittel mit Rädern angewiesen. Die IG «Davos Klosters Access Unlimited» will diesen Ansprüchen Rechnung tragen.

Südostschweiz
Dienstag, 15. Oktober 2019, 16:44 Uhr «Access Unlimited»
Monoskis eröffnen Menschen mit körperlicher Behinderung die Skipisten der Region.
PRESSEBILD

Tag für Tag stossen wir auf Barrieren, die Menschen, welche auf Räder angewiesen sind, im Alltag einschränken. Barrieren, die älteren Personen, Eltern mit Kinderwagen aber auch Rollstuhlfahrern das Leben schwer machen. Die IG «Davos Klosters Access Unlimited» möchte nun mit verschiedenen Angeboten Abhilfe schaffen. Wie die Interessensgemeinschaft mitteilt, treten «Pro Infirmis», die Destination Davos Klosters und die Regionalentwicklung der Region Prättigau/Davos als Partner auf. Ziel sei es, dass alle in der Mobilität eingeschränkten Personen in der Destination ein durchgehendes Angebot vorfinden, welches auf ihre speziellen Bedürfnisse zugeschnitten ist. Zukünftig sollen sowohl barrierefreie Reisen, Unterkünfte sowie Freizeitaktivitäten vom heimischen Computer aus gebucht werden können.

Markt mit Wachstumspotenzial

Ganz soweit ist man allerdings noch nicht. In einem ersten Schritt sei die vorhandene Infrastruktur zu prüfen und mit den gesetzlichen Vorschriften in Bezug auf barrierefreien Zugang abzugleichen. Der demografische Wandel führt zu einer wachsenden Anzahl älterer Menschen. Diese würden – wie Reisende mit körperlicher Behinderung übrigens auch – dazu tendieren, länger zu reisen und eine starke Bindung zum Reiseziel aufzubauen. Vorausgesetzt sie finden am Reiseziel eine ihren Bedürfnissen entsprechende gut funktionierende Infrastruktur. Laut Mitteilung reise die betreffende Zielgruppe oft in Begleitung, was eine zusätzliche Wertschöpfung für die Destinationen mit sich bringt. Von einer Anpassung des Angebotes würden auch Stammgäste, Einheimische und Zweitwohnungsbesitzer profitieren, sehen sich diese schliesslich ebenfalls mit den Herausforderungen des Alterns konfrontiert.

Standardisierte Beurteilung

Voraussetzung für eine Bewertung als barrierefrei ist eine standardisierte von «Pro Infirmis» vorgegebene Beurteilung, welcher zahlreiche Anbieter positiv gegenübertreten und sich proaktiv um eine Erfassung bemühen. Grundlage für die Erfassung bilden Testbesuche durch von «Pro Infirmis» ausgebildete Personen. Diese Tests werden im kommenden Winter durchgeführt, so die Interessensgemeinschaft. Die Ergebnisse sollen bis im Frühjahr zusammengetragen und auf der Website der Destination Verwendung finden. Nebst den zu testenden Angeboten existieren bereits weitgehend barrierefreie Destinationen, wie beispielsweise Madrisa. Dort fährt die erste Sesselbahn für Monoskifahrer und es stehen für deren Bedürfnisse speziell ausgebildete Skilehrer bereit. Ziel der IG ist es, diese und weitere bereits bestehende Angebote sichtbar zu machen. Laut Projektplan möchte man bis im Herbst 2020 bereit sein, potenziellen Gästen die Möglichkeiten in übersichtlicher und buchbarer Form anzuzeigen. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 100‘000 Franken. Die Finanzierung durch Beiträge der öffentlichen Hand sowie Sponsorings, ist laut Mitteilung auf bestem Weg.

Angepasste Freizeitangebote

In einem zweiten Schritt sollen auch die Freizeitangebote ausgebaut werden. Dazu gehören die Anschaffung von sogenannten Zughilfen für Rollstühle, sowie die Schaffung eines Sledge-Hockey-Angebots, ein Novum in der Schweiz. Von Sponsoren schon zugesichert sei die Finanzierung von zwei sogenannten Tennisrollstühlen sowie einer Monoski-Ausrüstung.

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