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Von den Lawinenforschern zurück an die Bergbahnen

Über 50 Jahre lang lag der Sitz des WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF auf dem Weissfluhjoch, auf 2662 Metern über Meer. 1996 zügelte des SLF nach Davos, doch das Gebäude blieb im Besitz des SLF. Bis heute.

Südostschweiz
Dienstag, 08. Oktober 2019, 15:33 Uhr Weissfluhjoch
Das ehemalige SLF-Institutsgebäude auf dem Weissfluhjoch
PRESSEBILD

Seit über zwanzig Jahren befindet sich der Sitz des SLF an der Flüelastrasse in Davos Dorf. Davor hatte es seinen Sitz einige Höhenmeter weiter oben auf dem Weissfluhjoch. Das Grundstück hatte das SLF, das damals noch Eidgenössischen Institut für Schnee- und Lawinenforschung hiess, von den damaligen A.G. Drahtseilbahn Davos-Parsenn (heute: Davos Klosters Bergbahnen AG) geschenkt bekommen. Nun ging das Gebäude wieder zurück ins Eigentum der Davos Klosters Bergbahnen AG, wie das SLF in einer Mitteilung schreibt.

Wehmut und Erleichterung beim SLF

SLF-Leiter Jürg Schweizer blickt mit einer gewissen Wehmut zurück, äussere sich aber erleichtert: «Das Weissfluhjoch ist eng mit der SLF-Geschichte verbunden. Auch ich habe meine Karriere an diesem aussergewöhnlichen Arbeitsort begonnen. Da wir das Gebäude aber nicht mehr sinnvoll nutzen konnten, sind wir froh, dass es nun einen neuen Besitzer gefunden hat.»

Freude bei Davos Klosters Bergbahnen

Vidal Schertenleib, Verwaltungsrat und Immobilienverantwortlicher der Davos Klosters Bergbahnen AG, ergänzt: «Aufgrund der Lage mitten im Skigebiet und aufgrund dessen, dass sich die restlichen Liegenschaften auf dem Weissfluhjoch bereits im Eigentum der Davos Klosters Bergbahnen befinden, macht ein Zukauf durchaus Sinn. Das Weissfluhjoch ist eines unserer zentralen Infrastrukturgebäude und wir sind froh, in Zukunft über weitere Räumlichkeiten an diesem Standort verfügen zu können.»

Nach 53 Jahren umgezogen

Der Sitz des SLF wurde 1996 nach Davos gezügelt, da die Nachteile – aufwändige Anreise, beschränktes Platzangebot – die Vorteile eines Standortes mitten im Hochgebirge überwogen. Aufgrund der Technischen Entwicklung war es nicht mehr nötig, mitten im hochalpinen Schneetreiben zu forschen.

Die Suche nach einem Käufer

Nach dem Umzug nutzte das SLF nur noch einzelne Räume und Labore am Standort Weissfluhjoch. Man versuchte, ihn für Seminare oder Workshops zu nutzen. Dennoch wuchs im SLF der Wunsch, das Gebäude zu verkaufen. Bei einer öffentlichen Ausschreibung im Jahr 2014 konnte allerdings kein valabler Käufer gefunden werden – wohl nicht zuletzt wegen der vielen Einschränkungen aufgrund der Zonenplanung (keine Bauzone) und von Bauvorschriften sowie der schwierigen Erreichbarkeit in der Nebensaison oder abends. In den letzten Monaten zeichnete sich ab, dass die Davos Klosters Bergbahnen AG an einer Übernahme des Gebäudes interessiert sind. Diese sind bereits Eigentümer der restlichen Liegenschaften auf dem Weissfluhjoch und können mit dem Zukauf ihre Infrastruktur auf über 2'600 m. ü. M. weiter ergänzen. (dje)

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