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Jetzt sucht die Bank eine Käuferschaft fürs «Bellaluna»

Das ehemalige Gasthaus ist für 1,035 Millionen Franken an die Grundpfandrechtsgläubigerin gegangen.

Jano Felice
Pajarola
Freitag, 13. September 2019, 17:36 Uhr Versteigert

Er hätte es 2014 für 2,75 Millionen Franken verkaufen wollen: Patrick Freddy Burger, der vier Jahre später verstorbene letzte Eigentümer des legendären «Bellaluna» bei Filisur. Nach seinem Tod wurde die Erbschaft ausgeschlagen, es kam zur Konkursanzeige. Nun fand in den Räumen des Betreibungs- und Konkursamts Albula in Tiefencastel die Versteigerung der konkursamtlich auf 750'000 Franken geschätzten Liegenschaft statt, und das vor gut besetzten Besucherreihen. Ernsthaft mitgeboten wurde allerdings nur von der Bank CIC (Schweiz) AG in Basel als Grundpfandrechtsgläubigerin im Umfang von 1,15 Millionen Franken.

Die Bank bekam den Zuschlag für 1,035 Millionen Franken, das entspricht knapp dem Verkehrswert des «Bellaluna». Im Preis enthalten ist laut Amtsleiter Remo Cereghetti auch das gesamte Inventar. Laut dem vor Ort anwesenden Bankvertreter Kevin Steiger strebt die neue Besitzerin einen möglichst zeitnahen Verkauf der Liegenschaft an. Bis dahin werde man sich sicher werterhaltend um das Objekt kümmern und prüfen, ob allenfalls eine Investition nötig sei. Zur möglichen Höhe des Verkaufspreises wollte sich Steiger noch nicht äussern.

Unter den Gästen an der Versteigerung befanden sich auch Verwandte der einstigen «Bellaluna»-Wirtin Paula Roth: Nichte Elvira und Enkelin Karin Hofmann. «Wir wären froh, wenn es jemand kaufen würde, der wieder etwas daraus macht», so Hofmann. Die 1988 ermordete Roth selbst hätte notabene eine Idee gehabt: Ihr Wunsch wäre laut ihrer Nichte gewesen, dass es zu einem Haus für misshandelte Frauen wird. (jfp)

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