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Französische Welterbe-Gruppe besucht Glarner Tektonikarena

Für den Austausch von Erfahrungen hat eine Delegation aus dem französischen Département Puy-de-Dôme das Unesco-Welterbe Tektonikarena Sardona besucht.

Südostschweiz
Donnerstag, 08. August 2019, 04:30 Uhr Austausch von Erfahrungen
Zum Abschluss eine Exkursion: Die Besuchergruppe aus Frankreich «begreift» die Lochsite, eine der wichtigsten geologischen Sehenswürdigkeiten der Alpen.
PRESSEBILD

Im Taminatal und im Glarnerland liessen sich Politiker, Chefbeamte, Touristiker und Projektverantwortliche rund um das neu eingeschriebene Weltnaturerbe «Chaîne des Puys – Limagne fault tectonic arena» für eigene Umsetzungsmassnahmen inspirieren. Das Gebiet, das im französischen Département Puy-de-Dôme im Zentralmassiv liegt und einzigartige geologischen Werte aufweist, wurde von der Unesco 2018 auf die Liste der Weltnatur-Erbestätten gesetzt.

Sichtbarstes Zeichen der Gebirgsentstehung bilden dort ein markanter Bruch in der Landschaft und eine eindrückliche Kette junger vulkanischer Berge. Diese Welterbestätte symbolisiert damit die erste Phase eines entstehenden Gebirges. Als Bezeichnung für das neue Weltnaturerbe wurde nach dem Vorbild der Schweizer Tektonikarena Sardona der Name «Chaîne des Puys – Limagne fault tectonic arena» gewählt.

Eine Gruppe aus Gemeinderäten, Chefbeamten, Touristikern und Projektverantwortlichen aus diesem französischen Welterbe verbrachte einige Tage in der Welterberegion Sardona. Ziele waren ein Erfahrungsaustausch und der Aufbau einer längerfristigen Zusammenarbeit.

Besuch im Taminatal

Nach einer Übernachtung in Vättis stellte Welterbe-Geschäftsführer Harry Keel der Delegation aus Frankreich die Tektonikarena Sardona in einem Referat und einer Arbeitssitzung vor. Speziell interessiert zeigten sich die Besucher an einer Beurteilung der ersten zehn Betriebsjahre, an organisatorischen Fragen, an der Zusammenarbeit mit Interessengruppen, an der touristischen Entwicklung und am Aufbau von Kooperationen.

Nach einem intensiven Vormittag im Hotel «Tamina» besuchte die Gruppe die Malanseralp im Calfeisental, wo Themen wie Geologie, Alp- und Waldwirtschaft sowie Natur- und Landschaftsgeschichte besprochen wurden. Leider blieben die höchsten Berggipfel und die «magische Linie» der Glarner Hauptüberschiebung hinter den Wolken verborgen. Immerhin machte ein Bartgeier seine kurze Aufwartung.

Abschluss im Glarnerland

Der Besuch des Walserdorfes Sankt Martin mit Mittagessen, ein Blick von der Staumauer Gigerwald, die Führung durch die Erdbebenausstellung «Berge beben» in Vättis und ein Stopp beim Aussichtspunkt Windegg bei Vadura ergänzten das Programm.

Noch am selben Tag wechselte die Gruppe ins Glarnerland und konnte bei guter Sicht die mächtigen Tschingelhörner mit dem Martinsloch von Elm aus bestaunen.

Am zweiten Besuchstag zeigte sich das Wetter dann nicht von seiner besten Seite. Am Vormittag standen die Führung durch das mit dem Wakkerpreis ausgezeichnete Dorf, die Schiefertafelfabrik und das Besucherzentrum Glarnerland in Elm auf dem Programm. Die Fahrt zur ursprünglichen Tschinglenalp wurde auf den Nachmittag verschoben. Die kurze Wanderung zum Wasserfall bei mystischer Nebelstimmung wurde mit Zigerhöreli in der Tschinglenwirtschaft abgerundet.

Den Abschluss bildete eine Exkursion zur Lochsite, einer der wichtigsten geologischen Sehenswürdigkeiten der Alpen. Die Ausführungen des Welterbe-Geologen Thomas Buckingham sowie die erst kürzlich eröffnete sanfte Inszenierung des Naturwunders vermochten zu überzeugen. Es folgte eine weitere Übernachtung im Glarnerland.

Die Besuchergruppe aus Frankreich zeigte sich äusserst interessiert und beeindruckt von den zahlreichen Massnahmen und Umsetzungen der ersten zehn Betriebsjahre der Tektonikarena Sardona. Eine längerfristige Zusammenarbeit mit der französischen Tektonikarena ist bereits aufgegleist: Noch während des Besuches wurde das Team der Tektonikarena Sardona zu einem Gegenbesuch nach Frankreich eingeladen. (so)

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