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Neuer Sonnenschein auf der Glarner Sonnenterrasse

Gabriela Heer ist die neue Geschäftsführerin von Braunwald-Klausenpass-Tourismus (BKT). Die 24-jährige Glarnerin ist die wohl jüngste «Kurdirektorin» der Schweiz.

Martin
Meier
Donnerstag, 11. Juli 2019, 04:30 Uhr Die wohl jüngste «Kulturdirektorin» der Schweiz
Neue Botschafterin von Braunwald: Gabriela Heer scheint die Herzlichkeit und Gastfreundschaft im Blut zu haben.
MARTIN MEIER

Gabriela (Gabi) Heer winkt auf die Interview-Anfrage der «Südostschweiz» zunächst ab: «Aber nein. Wir treffen uns doch nicht im Tourismus-Büro. Ich möchte Ihnen Braunwald doch einmal von einer anderen Seite zeigen. Wie wäre es denn mit dem Chammerstock?» Der Aussichtsgipfel sei vom Urnerboden aus leicht über den Fisetengrat und dessen Bahn erreichbar und biete einen Traumblick auf die Sonnenterrasse.

«Lieber eine Berggeiss als ein Landei»

Doch leichter gesagt als getan: Die Wolken hängen an diesem Tag tief. Braunwald ist – wegen der Nebelwand vor dem Kopf – nicht einsehbar. Das sieht vom Tal aus gar ein Blinder. «Wie wärs dann mit Obbort?», fragt Gabi Heer. «Ich möchte Ihnen einfach zu spüren geben, dass ich diese Bergwelt liebe.»

Gabriela Heer, die meistens lacht, scheint die Herzlichkeit und Gastfreundschaft im Blut zu haben. Sie sei eine richtige «Berggeiss», wobei sie dies durchaus als Kompliment versteht – jedenfalls lieber hat, denn als Landei bezeichnet zu werden.

Braunwalds neue Kurdirektorin zückt ihr Handy: «Da schauen Sie», sagt sie. «Das ist Muni Heteo.» Respekt habe sie schon gehabt – «vor diesem Muni, der so riesig ist.» Mit ihm sei sie vor Kurzem beim Alpaufzug mitgestiegen. «Auf meine Lieblings-, die Bräch-Alp, die eine sagenhafte Ruhe und Schönheit ausstrahlt.» Unterhalb des Bärentritts, nahe des Bergetenseelis, am Fusse ihres liebsten Gipfelziels: Der Ortstock hat es Gabi Heer angetan. Den Clariden hat sie schon gemacht, das Vrenelisgärtli will sie noch besteigen. «Und natürlich den Tödi.»

Heer setzt weiterhin auf Familien

Die neue Botschafterin von Braunwald marschiert allerdings nicht nur auf Berge oder mit den Kühen mit, sondern geht auch mit der Zeit. So will die 24-Jährige in Zukunft auf die Sonnenterrasse als Familiendestination setzen, damit – wer weiss – vielleicht auch ihr Nachwuchs dereinst noch den Braunwalder Ureinwohner Zwerg Bartli besuchen kann.

Heer wohnt in und lebt für Braunwald – mit Gästen und Einwohnern. Sie wirkt in Dorfvereinen mit, schwingt das Tanzbein, wenn das Echo vom Gwänd aufspielt, oder steht im Rampenlicht, wenn Theater gespielt wird. «Das nächste Mal spiele ich eine Lehrerin mit Burn-out.» Untypisch für die kämpferische Frau, die im Sternzeichen Löwin ist, die sich aber auch mal mit kleineren Katzen abgibt.

Gabi Heer war es nämlich, die sich mitunter fürs legendäre «Fräulein Büsi» einsetzte, nachdem dieses sich im Herbst 2016 ein Bein gebrochen hatte und das Geld für die Operation fehlte. Selbst der «Blick» schrieb mehrfach darüber und adelte die Katzendame nach deren Genesung immerhin zur bekanntesten Glarnerin neben Skilegende Vreni Schneider.

Nun selber am Ruder

«Übrigens: Dem Büsi geht es wunderprächtig. Mittlerweile ist es geschätzte 18 Jahre alt», freut sich Gabi Heer, welche die Geschäftsführung von Braunwald-Klausenpass-Tourismus von Fridolin Hösli übernommen hat, der an die Spitze von «Visit Glarnerland» wechselt. «In den vergangenen vier Jahren durfte ich viel von ihm lernen», sagt Gabi Heer, die in Riedern als doppeltes Lottchen aufwuchs: Mit Zwillingsschwester Sonja erlebte Gabi Heer in Braunwald schon einen besonderen Höhepunkt: 2017, nachdem die Fluggesellschaft Edelweiss eine ihrer Maschinen auf den Namen der Glarner Feriendestination taufte.

Damals, als die Airline Braunwald ein Bänkli überreichte. Überreicht hat die Sitzbank lustigerweise Sonja, die seinerzeitige Flugbegleiterin der Edelweiss-Air, ihrer Schwester Gabi von Braunwald-Klausenpass-Tourismus, damals noch als Mitarbeiterin. Mittlerweile will Gabi Heer als BKT-Pilotin Braunwald zu neuen Höhenflügen verhelfen.

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