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Ein Sibirischer Tiger soll Asiaten nach Arosa bringen

Das Arosa Bärenland hat grosse Pläne. Künftig soll neben den Bären auch ein Sibirischer Tiger sein Reservat in den Bündner Bergen finden.

Tanja
Egli
Montag, 01. April 2019, 04:30 Uhr Bärenland expandiert
Hier soll der Tiger unterkommen.
VISUALISIERUNG AROSA BÄRENLAND

Bis 2020 wird auch ein Sibirischer Tiger aus China zu uns kommen», sagt Pascal Jenny, Tourismusdirektor Arosa. Die Stiftung Vier Pfoten habe in der Region Shaanxi im Norden Chinas verschiedene Tiger im Visier, die unter schlechten Bedingungen gehalten werden. «Aus welcher Ortschaft der Tiger genau kommen wird, können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.»

Dass die Idee für Arosa erfolgversprechend sein kann, beweisen die Bären. Rund 35 000 Personen haben im vergangenen Sommer innerhalb von zwei Monaten das Arosa Bärenland besucht. Mittlerweile wohnen neben Napa auch Meimo und Amelia im Bärenland. In den kommenden Jahren werden laut Jenny noch zwei weitere Bären dazukommen.

Millionenschweres Projekt

Der Sibirische Tiger ist die grösste Unterart der Tiger, sodass er bezügliche seines Wärmehaushalts am besten an Kälte angepasst ist. Gerade deswegen sei er besonders geeignet für eine Region wie Arosa, betont Jenny. Komme hinzu, dass der Sibirische Tiger insbesondere durch Wilderei und Strassenbau vom Aussterben bedroht sei. «In Arosa gibt es weder Wilderei noch viele Strassen.»

Anpassungsfähig: Der SibirischeTiger ist, im Gegensatz zu den Bären, auch im Winter aktiv.
KEYSTONE

Leben werde der Tiger in einem anderen Gehege als die Bären. Dieses soll direkt neben der Skipiste entstehen, wie Jenny erklärt. Gebaut werde das Gehege gleich wie jenes vom Bärenland. Mit diesem habe man bisher gute Erfahrungen gesammelt. «So ist auch die Sicherheit für unsere Gäste kein Problem.» Er hoffe, dass das Projekt bereits diesen Sommer bewilligt werde. Kosten soll das Projekt rund neun Millionen Franken, wovon ein Grossteil – wie bereits beim Bärenland – von Spendeorganisationen finanziert werden soll.

Auch der Kanton Graubünden steht hinter dem Millionen-Projekt. «Volkswirtschaftlich gesehen ist das ein sehr wichtiges Projekt», erklärt Regierungsrat Marcus Caduff. Daher habe die Regierung beschlossen, ein verkürztes Bewilligungsverfahren für Bauten ausserhalb der Bauzonen durchzuführen.

Herausforderung Transport

Zur grössten Herausforderung dürfte der Transport des Tigers führen, wie Jenny erklärt. Bereits mit den Bären sei dies nicht immer einfach gewesen. Im Gegensatz zu den Bären komme der Tiger wohl mit dem Flugzeug. «Momentan sind wir in Verhandlungen mit Cargo Swiss», so Jenny. Aus Tierschutzgründen soll der Tiger mit einem Extraflug in die Schweiz gebracht werden.

Den asiatischen Markt stärken

Dass der Neuzugang aus China komme, sei aus touristischer Sicht natürlich erfreulich, wie Pascal Jenny erklärt. «Der asiatische Markt hat ein riesiges Potenzial.» Mit diesen Tourismusaktivitäten im chinesischen Markt und den damit verbundenen Gästen aus Asien wolle Arosa auch den Tier- und Artenschutz in China fördern. Mit diesem Projekt könne erneut gezeigt werden, wie gut Tierschutz mit Tourismus kombiniert werden kann.

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Und nach den Tigern sollen kurz darauf auch noch einige Orang-Utans aus Indonesien dazu kommt. Die Organisation "die orangen Pfoten" hat dies heute bestätigt. Einziges Problem dabei ist die Infrastruktur bzw. ein geeignetes Gehege, die im oberen Bereich eine Kletterei-unfähige Fläche garantieren müssen. Weiter soll noch sichergestellt werden, dass sich die einheimischen Eichhörnchen nicht in die Anlagen der drei Tierarten verirren können.

Wenn es nicht die Somedia-Tiger-Aprilente schafft, die GR-Touristiker dürften es leider schaffen: Ferntouristen herzudislozieren. Und die Tigermücken kommen von selbst (was tut die SVP gegen diese Immigration?):
https://www.suedostschweiz.ch/leserbriefe/2018-02-03/wyrsch-superstar
https://www.suedostschweiz.ch/leserbriefe/2017-07-09/kerngeschaeft-hand…
Kommentare:
https://www.suedostschweiz.ch/wirtschaft/2019-03-28/churer-professor-ko…

Der GR-Tourismus, berüchtigt für seine Stilblüten, treibt umso weitere. Ob uns Bären aufgebunden werden (gähnt man im Bärengraben Bern), oder den Tiger in den Tank (oder ins Extraflugzeug), https://de.wikipedia.org/wiki/Siegfried_und_Roy damit die quasi antipodischen Chinesen heuschrecken-scharenweise – ebenfalls mit Extraflugzeugen wie die kürzliche Indersause zur St-Moritz-Kirmes – zu uns strömen (na klar, weil sie diese Tiger ja eh schon kennen von sich zuhause; wir würden ja auch nichts wichtigeres zu tun haben als nach China zu jetten, wenn die dort Fondue anbieten würden).
Klima und COPD lassen danken.
Mein Fazit:
GR-Tourismus: einfaltsreich einfallslos. Da gehts den Kunden prinzipiell wie dem umgekehrten "Hans im Schnäggeloch": "Was er will, das kriegt er nicht, und was er kriegt, das will er nicht."

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