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Naturfreundehaus Fronalp: Wieder wechselt der Wirt

Alle paar Jahre wieder: Diesmal sucht das «Fronalp» bereits nach zwei Jahren wieder ein neues Pächterpaar. Der Grund dürfte im Zwischenmenschlichen zu suchen sein.

Martin
Meier
Montag, 11. Februar 2019, 04:30 Uhr Nach 2 Jahren
Pächterwechsel: Das Naturfreundehaus Fronalp sucht neue Gastgeber.
ARCHIV

Den Fronalpstock im Rücken, das Klöntal zu Füssen. Erhabener als vom Naturfreundehaus Fronalp zeigt sich der Blick auf die Glarner Bergwelt nur an wenigen Orten.

Nicht immer erhaben geht es im Haus der Naturfreunde zu und her. Dort wechseln die Pächter auffallend oft. Wieder heisst es auf der Internetseite des Naturfreundehauses verräterisch: «Gültige Gutscheine bitte bis Ende Mai 2019 einlösen.» Wieder schmeisst ein Pächterpaar den Bettel hin, nach kaum zwei Jahren. Ihre Vorgänger blieben nur unwesentlich länger. Diesmal sind es Cindy und Dario Tanguenza-Widmer. Allerdings sagen sie dazu nichts. Nur so viel: «Wir gehen in eine Bergbeiz ins Bündnerland.»

Auf der Alp Fronalp pfeifen es freilich die Alpendohlen von den Dächern: Den Pächtern sei zu viel dreingeredet worden.

«Da darf man auch was sagen»

Eine Aussage, die Hans-Ruedi Kubli, Präsident der Genossenschaft Fronalp, «so nicht unterstützen» kann. Das Prächterpaar habe einfach das Angebot einer neuen Herausforderung angenommen.

Im Übrigen zeichne die Genossenschaft seit 13 Jahren für das Naturfreundehaus verantwortlich. «In dieser Zeit gab es gerade mal drei Pächter.» Was in etwa dem Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre entspricht. Da zählt das Naturfreundehaus total acht verschiedene Gastgeber.

«Schliesslich wollen auch die gut 100 Sponsoren respektiert werden.»

Kubli betont, dass die Genossenschaft viel Fronarbeit und einige Hunderttausend Franken ins Haus gesteckt habe. «Da darf man doch auch mal was dazu sagen. Im Übrigen machen wir das Ganze nicht für uns, sondern für unsere Gäste.»

Die Gelder fliessen von Sponsoren. Dafür wurde ein Verein gegründet. Deren Präsident ist Fritz Hunold. Ist er der Dreinredner?

«Ich rede nicht drein»

«Ich rede nicht drein. Dreinreden ist auch immer Interpretationssache. Ich sage manchmal nur, was man anders machen könnte», erklärt Fritz Hunold. «Manchmal gibt es davon einfach andere Vorstellungen. Da kann es schon mal zwischenmenschliche Probleme geben.» Hunold weiter: «Schliesslich wollen auch die gut 100 Sponsoren respektiert werden. Sie bezahlen pro Jahr 200 Franken. Einige von ihnen leisten noch zusätzlich Fronarbeit. Unser aller Ziel ist es, den Pächtern etwas zu bieten.» Er selbst stecke in das Naturfreundehaus zum Wohl der Gäste auch viel Herzblut, sagt Hunold.

Über 100-jährige Geschichte

Der Präsident des Sponsorenvereins legt ausserdem Wert darauf, dass das Pächterpaar von sich aus gekündigt hat. «Jetzt gilt es, ein neues, engagiertes Pächterpaar zu finden, das längerfristig bleibt», sagt Hunold. Das Naturfreundehaus Fronalp hat eine über 100-jährige Geschichte hinter sich. Erbaut wurde es 1917 vom Touristenverein «Die Naturfreunde», genauer, von deren Ortsgruppe Zürich.

1997 verkauften die Naturfreunde Schweiz das Haus an die Genossenschaft Fronalp. 2007 demissionierte der damalige Vorstand. Ein neuer Vorstand wurde gewählt. Die Vorstandsmitglieder sind alle im Kanton Glarus wohnhaft. Mit viel Einsatz ist während der letzten zehn Jahre das Haus innen und aussen teilrenoviert worden. Seit über zwei Jahrzehnten ist das Haus ein öffentlicher Restaurations- und Gasthausbetrieb, im Sommer im Wander-, im Winter im Skigebiet.

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