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Ein Winter, der seinen Namen verdient

Am Wochenende gab es in Graubünden bis zu 75 Zentimeter Neuschnee. Manche reden von einer Rekordmenge – (noch) gehört dieser Superlativ aber einem anderen Winter.

Pierina
Hassler
Dienstag, 08. Januar 2019, 04:30 Uhr Bis zu 75 Zentimeter Neuschnee

Die Churer Stadtpolizei stand über das Wochenende im Dauereinsatz. Zwei Bündner Skigebiete konnten ihre Bahnen am Sonntag erst gegen Mittag oder gar nicht laufen lassen. Schuld war an allem der viele Schnee. Der Winter hat Graubünden definitiv erreicht. Mit 75 Zentimetern wurde in St. Antönien auf 1510 Metern über Meer die grösste Neuschneemenge gemessen. In Klosters waren es rund 60 Zentimeter, und in Chur fielen fast 30 Zentimeter Schnee.

Nach der leichten Wetterberuhigung von gestern schneit es ab heute wieder zünftig. «Heute und morgen gibt es in Nord- und Mittelbünden wieder eine ordentliche Ladung Schnee», sagt der Meteorologe Mario Rindlisbacher von der Firma Meteotest. Danach werde es sehr kalt. «Wahrscheinlich stehen uns sogar ein paar Eistage bevor», so Rindlisbacher.

«Wahrscheinlich stehen uns ein paar Eistage bevor.»

Noch steht der Winter 2018/19 in seinen Anfängen. Von Rekordschneemengen und rekordverdächtiger Kälte zu reden, ist verfrüht. Tatsächlich rekordverdächtig war aber der Winter 2017/18: viel Schnee, extrem warm, gefährliche Lawinen.

Ein Jahr der Extreme

Nach drei Jahren ohne den grossen Schnee kam er im November, Dezember und Anfang Januar im Überfluss. Es schneite fast ohne Unterbruch. Allerdings war der späte Januar auch extrem warm – der wärmste seit Beginn der Messungen von Meteo Schweiz im Jahr 1864. Am 22. Januar 2017 gab das Institut für Schnee- und Lawinenforschung in Davos erstmals seit dem Jahr 1999 wieder grossflächig die höchste Gefahrenstufe 5 heraus. Insgesamt starben in diesem Winter bei 19 Lawinenunfällen 26 Personen.

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