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Der Dorfsegen in Bivio hängt schief

In Bivio sorgt ein zwanzig Meter langes Wegstück für Aufregung. Der direkteste Weg zum Skilift ist seit einigen Tagen gesperrt. Der Grund ist ein Streit mit einem Privatgrundbesitzer.

Bernhard
Aebersold
Samstag, 29. Dezember 2018, 12:43 Uhr Wegen 20 Meter Weg

Weihnachtszeit ist Ferienzeit und viele Touristen zieht es über die Festtage in die schönen Bündner Berge. In dieser besinnlichen Zeit sorgt in Bivio ein Streit zwischen der Bivio Sportanlagen AG und einem Privatgrundbesitzer für Stirnrunzeln. Auslöser ist ein kürzlich aufgestelltes Durchgangsverbot eines rund zwanzig Meter langen Weges (siehe Bilder). Über den Weg gelangen Skifahrer auf direktestem Weg zum Skilift. Nun sind viele gezwungen mit den Skischuhen an den Füssen einen Umweg zu laufen.

Keine Übereinkunft mehr

Ein Leserreporter, der regelmässig in Bivio Ferien macht, berichtet gegenüber suedostschweiz.ch, dass der Weg schon seit Generationen benutzt werde und er verstehe nicht, weshalb der Weg plötzlich gesperrt sei. Der stellvertretende Tourismusvorsteher der Gemeinde Surses, Giancarlo Torriani, bringt Licht ins Dunkel.

«Ja, das ist eine tragische Geschichte», beginnt er das Telefonat. Die Bivio Sportanlagen und die Grundeigentümer hatten während den letzten Jahren jeweils eine Vereinbarung. Der Grundeigentümer lässt Touristen auf seinem Weg zum Skilift passieren und im Gegenzug erhält er eine Entschädigung. «Die Entschädigung war meines Wissens jeweils im Rahmen von ein paar wenigen Saison-Abonnementen,» sagt Torriani gegenüber suedostschweiz.ch.

«Eine Frechheit»

Diese Vereinbarung kam dieses Jahr offenbar nicht zustande. Der Grundeigentümer entschloss sich darum kurzerhand, den Weg vor seinem Haus mit zwei Signalschildern und einer Kette zu sperren. Ausgerechnet an Heiligabend war die Montage fertiggestellt - Oh du fröhliche.

Für Torriani ist es unverständlich, wie es soweit kommen konnte: «Mit der Sperrung macht man das ganze Feriendorf ‹verruckt›. Es ist eine Frechheit und schadet zudem dem Tourismus.» 

Die Gemeinde will an der kommenden Gemeindevorstandssitzung versuchen eine Lösung zu finden. Bis dahin wird Giancarlo Torriani neben dem Verbotsschild ein Schild der Gemeinde platzieren. «Wir werden uns auf der zusätzlichen Tafel bei unseren Gästen für die Unannehmlichkeiten entschuldigen.»

Gemäss dem stellvertretenden Tourismusvorsteher der Gemeinde Surses gab es bereits im vergangenen Winter ein langes Hin und Her, bis eine Vereinbarung mit dem Grundeigentümer erzielt werden konnte.

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