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Welterbe soll bis 15 Millionen pro Jahr einbringen

Im Rahmen des Abschlusses zweier Projekte des Unesco-Welterbes Tektonikarena Sardona sind erfreuliche Zahlen auf den Tisch gekommen. Finanziell ist schon viel mehr herausgeholt worden, als hineingesteckt wurde.

Südostschweiz
Donnerstag, 06. Dezember 2018, 04:30 Uhr Erfreuliche Zahlen

von Hans Bärtsch

Sardona Aktiv und Sardona Plus heissen die beiden gestern im Versuchsstollen Hagerbach bei Mels offiziell abgeschlossenen Projekte. Es waren Projekte im Rahmen der Neuen Regionalpolitik (NRP) und umfassten eine Zeitspanne von rund fünfeinhalb Jahren, wie die scheidende Projektleiterin Felicia Montalta ausführte. Die Projekte hatten das Ziel, das touristische Potenzial der Tektonikarena auszuloten, Partner/Leistungsträger an Bord zu holen, Angebote zu kreieren und bekannt zu machen.

Zahlen untermauern, was in diesen fünfeinhalb Jahren geschaffen wurde. 24 sogenannte Eintrittsschwellen auf Wanderwegen machen heute auf das Welterbe aufmerksam, in den drei Standortkantonen St. Gallen, Graubünden und Glarus präsentieren sich aktuell 15 Erlebnisangebote. Von Bund, Kantonen, Gemeinden und touristischen Leistungsträgern wurden Sardona Aktiv und Sardona Plus mit insgesamt 3,5 Millionen Franken unterstützt.

Auf Augenhöhe mit dem Stiftsbezirk

Bilanz gezogen wurde natürlich auch bezüglich der Frage, was die Tektonikarena Sardona gebracht hat. 2011 wurde ein Wertschöpfungspotenzial von 15 Millionen Franken prognostiziert. Eine in diesem Frühjahr durchgeführte Umfrage zu allen Unesco-Welterbestätten zeigt: Die Tektonikarena Sardona liegt bezüglich Bekanntheit weit vorne – auf Augenhöhe etwa mit dem Stiftsbezirk St. Gallen. Diese Bekanntheit konnte seit 2013 nicht nur markant gesteigert werden, sondern sie schlägt sich auch in den Besucherzahlen nieder. 14 Prozent der 5,9 Millionen Deutschschweizer hätten die Tektonikarena seit 2013 schon mal besucht. Es bestehe eine «positive Korrelation» zwischen Bekanntheit und Besuchen, sagte Harry Keel, Geschäftsführer der IG Tektonikarena Sardona. Mit dieser Besucherzahl komme man an eine Wertschöpfung von an die 15 Millionen pro Jahr heran. «Die Tektonikarena Sardona ist somit ein gutes Geschäft für die Region», konstatierte Keel.

Mehrere Erfolgsfaktoren

Nicht verheimlicht wurde, dass die Schaffung der Tektonikarena Sardona eine Herausforderung war. Drei Kantone, etliche Gemeinde und drei Tourimusorganisationen hätten unter einen Hut gebracht werden müssen; unterschiedliche Finanzierungsarten und Arbeitsweisen hätten die Aufgabe nicht einfacher gemacht. Letztlich seien aber das «attraktive Thema mit Zukunftspotenzial», eine «kluge Vorgehensweise und Projektorganisation», die «gelungene Einbindung von Partnern und Akteuren» sowie ein «gemeinsames, professionelles Produktmanagement» Erfolgsfaktoren gewesen, wie sich Michael Caflisch, Leiter Tourismusentwicklung beim Amt für Wirtschaft und Tourismus des Kantons Graubünden, ausdrückte.

Die Zukunft für die Tektonikarena Sardona bleibt trotzdem herausfordernd. Projektleiterin Montalta verwies unter anderem auf den riesigen geografischen Raum und die Heterogenität des Gebiets und seiner Bewohner. Vor allem würden zwei Fachwelten aufeinanderprallen: die Geologen und die Touristiker. Dabei gehe es letztlich um die Grundsatzfrage, ob Schutz oder (touristischer) Nutzen im Vordergrund stehen soll. Bezüglich Letzterem wies Montalta darauf hin, dass die Vermittlung des Themas Tektonikarena anspruchsvoll bleibe.

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