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Die guten Übernachtungszahlen täuschen

Die Schweizer Hoteliers blicken auf einen guten Sommer zurück. Sie haben in der Sommersaison 2018 von Mai bis Oktober klar mehr Übernachtungen verzeichnet als im Jahr davor. Auch in Graubünden freut man sich über ein Plus. Dennoch: Die guten Zahlen sind offenbar mit Vorsicht zu geniessen.

Südostschweiz
Donnerstag, 06. Dezember 2018, 11:16 Uhr Sommerbilanz wird getrübt
Die Schweizer Hotels haben eine gute Sommersaison erlebt. Die Übernachtungszahlen sind deutlich gestiegen. (Archiv)
Die Schweizer Hotels haben eine gute Sommersaison erlebt. Die Übernachtungszahlen sind deutlich gestiegen. (Archiv)
KEYSTONE/GAETAN BALLY

Schweizweit lag die Zahl der Logiernächte bei 22 Millionen, was einem Plus von 3,1 Prozent entspricht. Betrachtet man ausschliesslich den Monat Oktober, so fiel der Zuwachs etwas weniger stark aus. Hier nahm die Zahl der Logiernächte um 0,4 Prozent auf knapp 3 Millionen zu, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Donnerstag mitteilte. Am höchsten war das Plus hingegen im August mit einem Wert von 4,7 Prozent.

In der ganzen Sommersaison kamen vor allem aus dem Ausland mehr Gäste. Konkret legten die Logiernächte hier um 3,6 Prozent auf deren 12,5 Millionen zu. Bei den inländischen Gästen betrug das Plus immerhin noch 2,4 Prozent und erreichte ein Total von 9,5 Millionen.

Besonders markant fiel die Zunahme nach Herkunftsländern betrachtet bei Touristen aus Amerika aus. Die Vereinigten Staaten zeigten ein Plus von 11,3 Prozent auf 155'000 Übernachtungen.

Graubünden auf Rang 3

Von den einzelnen Tourismusregionen gab es in neun von deren 13 mehr Übernachtungen als in der Vorjahresperiode. Zürich wies mit einem Plus von 169'000 Logiernächten (+4,9%) den grössten absoluten Anstieg auf. Darauf folgten Bern mit einem Plus von 157'000 Logiernächten (+5,0%), Graubünden (+122'000/+5,6%) sowie die Region Luzern/Vierwaldstättersee (+121'000/+5,3%). Demgegenüber verbuchte das Tessin den stärksten Logiernächterückgang (-115'000/-6,4%).

Daten mit Vorsicht geniessen

Hotelleriesuisse freut sich zwar ebenfalls über die Zunahme. Allerdings betont der Branchenverband, dass die Zahlen über die äusserst schwierige Lage der Hotelliers hinwegtäuschen würden. Die Zahl der Übernachtungen würden zwar tatsächlich steigen – dies zeige auch eine Umfrage unter den Mitgliedern –, aber während der Zeit, als der Schweizer Franken übermässig stark war, seien die Preise auch dementsprechend gesenkt worden. «So erstaunt es nicht, dass die Umsätze pro Logiernacht seit zehn Jahren rückläufig sind», schreibt Hotelleriesuisse in einer Mitteilung. Die Margen seien in den letzten 10 Jahren teils um bis zu 15 Prozent eingebrochen.

Zudem dürfe man nicht vergessen, dass die Logiernächtezahlen im Alpenraum (so auch in Graubünden) seit 2017 zwar ebenfalls ansteigen würden, aber der Startpunkt dafür auf einem tiefen Niveau war. Desweiteren sei die Wintersaison 17/18 und die Sommersaison 18 von Wetterglück geprägt gewesen. «Diese Bedingungen sind jedoch nicht beliebig wiederholbar», betont der Branchenverband. Man könne also nicht von einer breit angelegten Trendwende in der Branche sprechen. (sda/so)

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Hotelleriesuisse relativiert realistisch.
Medizynisch formuliert infauste Langzeitprognose, und was man vom "Wetterglück" erwarten darf (während die Verbrennungsmotoren insbesondere in GR mehr laufen als jemals auch punkto Chemie und Nanowinzigkeit), sagten der Papst
http://www.spiegel.de/panorama/klimagipfel-ist-laut-papst-franziskus-di…
und UN-Generalsekretär
https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/afxline/topthemen/article18488474…