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Tief gelegene Skigebiete könnten ein Problem bekommen

Skigebiete, die auf rund 1500 Metern Höhe liegen haben eine dunkle Zukunft. Das sagt der Direktor von Schweiz Tourismus. Grund dafür sei der Klimawandel. In Graubünden gibt es einige Skigebiete, in «problematischer» Höhenlage. Wir haben beim Direktor der Bergbahnen Grüsch Danusa nachgefragt, wie dort die Situation eingeschätzt wird.

Südostschweiz
Montag, 03. Dezember 2018, 17:55 Uhr Klimaerwärmung
Schneemangel Schneekanonen Winter
Oft braucht es künstilche Beschneiung, damit der Skibetrieb überhaupt aufgenommen werden kann.
ARCHIVBILD

Der Klimawandel ist ein Phänomen, das seit Jahren Schlagzeilen macht. Im Kanton Graubünden besonders im Zusammenhang mit dem Wintertourismus. Martin Nydegger, Direktor von Schweiz Tourismus, fordert Betreiber von kleineren Skigebieten auf, sich nach Alternativen umzusehen, schrieb «blick.ch» am Sonntag. Dabei meint er speziell Gebiete, die um die 1500 Meter und tiefer liegen.

Mario Davatz, Direktor der Bergbahnen Grüsch Danusa sagt zwar, dass die Klimaerwärmung generell für fast alle Skigebiete eine Herausforderung sei. Aber man zeige immer mit dem Finger auf die Gebiete, die um die 1500 Meter liegen. «Oft wird vergessen, dass solche Skigebiete gewisse Trümpfe in der Hand haben können, womit sie gegenüber anderen Skigebieten besser dastehen», erklärt Davatz.

«Die Höhenlage darf nicht isoliert betrachtet werden»

Man dürfe die Höhenlage bei Aussagen über die Nachhaltigkeit von Skigebieten nicht isoliert betrachten. Die Exposition der Skipisten und des Skigebietes seien ebenso wichtig. «Es ist ein grosser Unterschied, ob wir von einem Südhang oder von einem Nordhang reden», erklärt Davatz. Was man ebenfalls berücksichtigen müsse, sei der Untergrund der Skipiste. Ein felsiger, steiniger Untergrund brauche beispielsweise deutlich mehr Schnee, damit eine Piste präpariert werden könne, als wenn der Untergrund Weideland oder Wiese sei. Auch das Mikroklima sei ein wesentlicher Punkt. Denn föhnexponierte Skigebiete und föhngeschützte Gebiete unterscheiden sich wesentlich voneinander, wie Davatz erklärt.

Klare Vorwärtsstrategie

«Was für uns wichtig ist, ist die technische Beschneiung. Ausserdem versuchen wir, wenn zusätzliche Liftanlagen geplant sind, diese in der Höhe anzulegen und nicht unten im Tal», so Davatz. Aber auch da dürfe man nicht vergessen: «Wir könnten am meisten Schnee bei der Talstation auf 600 Meter produzieren, weil dort ein Kältesee besteht. Das bedeutet, eine Beschneiung wäre dort bereits Ende Oktober möglich».

Grüsch Danusa fahre klar eine Vorwärtsstrategie. «Zurzeit sind wir sogar an einem Plangenehmigungsverfahren für eine zusätzliche 4er-Sesselbahn auf 1800 Meter, die wir umsetzen möchten», schliesst Davatz ab.

Bündner Skigebiete um 1500 Meter

In der Karte unten seht Ihr die tiefstgelegenen Bündner Skigebiete. Wie stark diese Gebiete in der Zukunft unter dem Klimawandel leiden werden, hängt aber wie oben dargelegt, nicht allein von ihrer Höhenlage ab.

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