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Fondue zieht Fäden durch Braunwald

In Zürich gibt es das Fondue-Tram, im schneeweissen Braunwald die Fondue-Kutsche. Ein winterliches Highlight, das Schweiz Tourismus bald weltweit vermarktet.

Martin
Meier
Donnerstag, 22. November 2018, 04:30 Uhr Käsespass in Kutsche
Angetrieben von Pferdestärken oder Elektromotoren gibt es Fondue-Plausch in voller Fahrt im autofreien Braunwald.
PRESSEBILD

Bald hört man im Glarnerland vielleicht nicht mehr nur Deutsch, Französisch. Italienisch oder Spanisch. Nächstens sprechen einige – wer weiss? – gar Chinesisch. Oder: Die Russen kommen nach Braunwald, in den schneereichsten Ort der Schweiz. Wenn sich der Mann im Mond schlafen gelegt hat, der Schnee mit den Sternen um die Wette funkelt, kann es den in- und ausländischen Gästen der Sonnenterrasse dort nämlich künftig auch mal bei klirrender Kälte warm ums Herz werden.

Eines von 24 Highlights

Die «Südostschweiz» lüftet ein Geheimnis, öffnet ein Fenster, das demnächst um die Welt geht, das am 9. Dezember im Advents- Kalender von Schweiz Tourismus alle ansehen können. Wenn die Marketingorganisation mit Sitz in 27 Nationen eine von 24 Attraktionen präsentiert, welche das Land von Mutter Helvetia anzubieten hat: Im Fokus steht am zweiten Advent Braunwald. Besser gesagt, zwei Pferdestärken samt Kutsche, einem Rechaud mit Caquelon mit geschmolzenem Käse darin. Fondue nennt sich das. Und auf Chinesisch? Da streikt das Übersetzungsprogramm.

Trotzdem freut sich Fridolin Hösli, der Geschäftsführer der Braunwald Klausenpass Tourismus AG: «Dass die Fonduekutsche den Zuschlag für das Fenster vom 2. Advent erhielt, darf als Ehre und Anerkennung betrachtet werden.»

Als erste Unternehmung der Schweiz biete Jakob Schuler im autofreien Braunwald Rundfahrten mit einer Elektro-Kutsche an. In dieser is(s)t und fährt man erst noch günstiger als im und mit dem Züri-Fondue-Tram. Die Fonduekutsche kostet pro Person tagsüber, wenn die Sonne scheint, 50 Franken; nachts, wenn die Sterne funkeln, 60 Franken.

Mehr natürliche Pferdestärken

Als autofreier Ort setzt Braunwald damit wieder vermehrt auf natürliche Pferdestärken: Eine Feierabendkutsche bietet nämlich auch die zweite Fuhrhalterei Schumitrans an: Ab der Bergstation der Standseilbahn geht es via Bergli auf den Schwettiberg, weiter mit dem Taxi ins Hotel «Cristal», in dem zu Tisch zum Grillieren gebeten wird.

Übrigens: Autofreie Orte gibt es auch in anderen Ländern der Welt, selbst in China, in Gulangyu, einer Insel in der Provinz Fujian, die es gar in die Welterbe-Liste der Unesco geschafft hat.

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