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Die Amerikaner kommen in Scharen

Die Tourismusregion Zürich ist auch dieses Jahr gut unterwegs. Bei den Logiernächten dürfte 2018 ein weiteres Rekordjahr werden.

Linth-Zeitung
Freitag, 16. November 2018, 04:31 Uhr Zürich
Touristen auf dem Lindenhof: Zürich ist als Reiseziel immer beliebter, die Zahl der Logiernächte steigt.
MELANIE DUCHENE/KEYSTONE

von Thomas Marth

Der Anfang 2015 gegenüber dem Euro in die Höhe geschossene Wert des Frankens hat viele Deutsche von einer Reise nach Zürich abgeschreckt. Dennoch blieben sie vorerst die grösste Gästegruppe in Zürich – bis 2016. Letztes Jahr waren es dann erstmals Reisende aus Nordamerika, die am meisten Betten in der Tourismusregion Zürich buchten.

Mittlerweile ist der Franken wieder günstiger gegenüber dem Euro. Und im laufenden Jahr kann nun auch wieder ein deutlicher Anstieg der Gäste aus Deutschland festgestellt werden. Von Januar bis September betrug das Plus an Übernachtungen 4,9 Prozent gegenüber derselben Periode im Vorjahr. Nach Jahren der Stagnation und des Rückgangs sei der nun zu verzeichnende Zustrom aus Deutschland doch bemerkenswert, sagt Ueli Heer, Mediensprecher von Zürich Tourismus.

Steigende Uhrenverkäufe

Die Nordamerikaner blieben aber die grösste Gästegruppe. Denn auch sie kamen häufiger. Insgesamt gingen 492 000 Logiernächte von Januar bis September auf das Konto der Gäste aus Nordamerika. 9 Prozent beträgt bei ihnen das Plus der gebuchten Hotelnächte in besagtem Zeitraum. Dieser Zuwachs sei nicht weniger bemerkenswert, sagt Heer. Er führt ihn auch darauf zurück, dass Europa generell bei den Amerikanern als Reiseziel gerade gefragt sei.

Den Amerikanern gefalle die Schweiz halt, erklärt Jörg Arnold die rege Nachfrage. Er ist Direktor des Hotels «Storchen» in Zürich und Vorstandsmitglied im Schweizer Hotelierverband. Auch die Werbetätigkeit von Zürich Tourismus und Schweiz Tourismus zahle sich aus, sagte er. Die Amerikaner seien sehr gute Kunden und gäben viel Geld aus.

Die Anzahl Übernachtungen in Zürich von Januar bis September 2018 hat im Vergleich zur selben Periode im Vorjahr zugenommen.

Aber auch die Gäste aus Asien seien zunehmend als Individualreisende unterwegs, so Arnold weiter. «Sie sind anspruchsvoll, leisten sich aber auch gerne etwas.» Davon profitieren nicht nur die Zürcher Hotels. Von der Bahnhofstrasse hat Arnold gehört, dass dort seit einigen Monaten wieder gut Uhren verkauft werden.

2017 war ein Rekordjahr für den Tourismus in der Region Zürich. Und auch 2018 dürfte eines werden, wie Tourismus-Sprecher Heer ausführt. Denn aus fast allen Herkunftsregionen sind steigende Gästezahlen zu verzeichnen. Allein die Touristen aus Israel fielen mit einem Minus auf, 7 Prozent betrug es. Mit rund 34 000 Übernachtungen im genannten Zeitraum stellen sie allerdings eine eher kleine Gruppe dar.

Zahlreich angereist sind Gäste aus Indien (198 000 Logiernächte), China (170 000), Südostasien (153 000) und den Golfstaaten (142 000). Beliebt ist Zürich aber auch bei Spaniern und Italienern mit je etwa 90 000 Übernachtungen sowie bei Reisenden aus Frankreich mit gut 80 000 Logiernächten von Januar bis September 2018.

Preisdruck steigt

Aber bedeuten mehr Logiernächte auch mehr Buchungen für die einzelnen Hotels? Schliesslich eröffnen laufend neue, zum Beispiel letztes Jahr das «Motel One», mit 400 Zimmern als bisher grösstes in Zürich. Als neuestes ist das «Aja» in Altstetten dazukommen. Der Preisdruck sei wohl gestiegen und werde sicher weiter steigen, sagt «Storchen»-Hotelier Arnold. Die Wertschöpfung leide, vor allem im mittelpreisigen Segment.

Die Auslastung ist aber nach wie vor gut, zumindest in der Stadt Zürich. Hier lag sie im Durchschnitt aller Hotels bei über 70 Prozent. Das zeige sich etwa auch darin, dass der Durchschnittspreis für eine Übernachtung in Zürich leicht steigend sei, erklärt Arnold. Zusammenfassend sagt er: «Alles in allem läuft es sehr gut.»

Die eingangs erwähnten Logiernächte-Zahlen beziehen sich auf Zürich und die nähere Agglomeration. Zürich Tourismus sprich von der Subregion Zürich – in ihr lag das Plus über alle Gästegruppen bei 6,3 Prozent bis September. Eingerechnet ist auch die Region Flughafen. Für sich alleine legte sie um 2,7 Prozent zu. Den Spitzenwert liefert die Stadt Zürich mit 8 Prozent. Die Region Winterthur wird separat erfasst, hier betrug das Plus an Logiernächten 4 Prozent. 

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