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Einfachheit und ein wenig Luxus überzeugen

Die «Schlaf-Fässer» aus Maienfeld und Jenins sind mit dem Schweizer Weintourismuspreis ausgezeichnet worden. Der Gründer des Unternehmens Andres Hartmann zeigt sich vom Sieg überrascht.

Südostschweiz
Freitag, 14. September 2018, 04:30 Uhr Weintourismuspreis
Miriam und Andres Hartmann können den Gewinn des Schweizer Weintourismuspreises feiern.
MARCO HARTMANN

Wer hätte das gedacht: Drei Weinfässer aus der Bündner Herrschaft haben sich gegen etliche Schlösser und Hotels der bekanntesten Schweizer Weinregionen durchgesetzt. Am Mittwochabend erhielt das einzigartige Bündner Hotelkonzept «Schlafen im Weinfass» den Weintourismuspreis Schweiz in der Kategorie Tourismus. Das Projekt behauptete sich gegen 61 Dossiers aus der ganzen Schweiz.

Zeremonie in Féchy

Für Schlaf-Fass-Initiant Andres Hartmann kam der Gewinn des Weintourismuspreises völlig unerwartet, wie er gestern gegenüber dieser Zeitung sagte. «Wir haben nicht damit gerechnet, diesen Preis zu gewinnen.»

Als einer von zehn Finalisten des Wettbewerbs war Hartmann nach Féchy im Kanton Waadt eingeladen worden, um an einer Zeremonie ein Diplom entgegenzunehmen und der Verkündigung des Gewinnerprojekts beizuwohnen. Hartmann und seine Frau Miriam reisten ohne grosse Erwartungen in die Westschweiz. Nie hätten sie damit gerechnet, mit dem Preis nach Hause zu fahren, sagte Hartmann. «Das ist unser erster grosser Preis».

Mit dem Schweizer Weintourismuspreis werden Projekte ausgezeichnet, welche die Qualität des weintouristischen Angebots steigern, die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren fördern oder den Schweizer Weintourismus im In- oder Ausland attraktiv präsentieren. Das Projekt «Schlaf-Fass» vertrete die Werte des Schweizer Weintourismus am besten, hiess es an der Siegerehrung.

Einfachheit und ein wenig Luxus

Wie der Name schon sagt, übernachten die «Schlaf-Fass»-Gäste in Weinfässern, die in Jenins und Maienfeld stationiert sind. Die 8000-Liter-Fässer sind einfach und rustikal eingerichtet, verfügen aber trotzdem über eine Heizung und fliessend Wasser. Zur Begrüssung gibt jeweils es einen Röteli-Apéro. Bei der Ankunft erhält der Gast zudem einen Speisekorb gefüllt mit regionalen Produkten und mit einer Flasche Wein. In einem separaten Wohnfass kann er sich dann mit einem Fondue oder Puurazmorga selber verköstigen. Die Kombination aus Einfachheit und ein «bitzeli Luxus» ist laut Hartman sehr beliebt.

«In einem Fass zu übernachten, ist schon per se ein spezielles Erlebnis», so Hartmann weiter. Das Angebot gebe es in dieser Form sonst nirgends. Zudem sei der Gast ganz auf sich alleine gestellt und könne den Aufenthalt frei nach seinem Geschmack gestalten. Bis Ende Jahr ist das Angebot fast jedes Wochenende ausgebucht.

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