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Die Sanierung ist einen grossen Schritt weiter

Die Bergbahnen in Vals stehen vor dem entscheidenden Schritt zur Sanierung. Die Gemeinde wird am 12. Oktober über das weitere Vorgehen abstimmen.

Südostschweiz
Mittwoch, 12. September 2018, 17:46 Uhr Sportbahnen Vals AG
Bergbahnen
Die Sportbahnen Vals AG stehen vor der Sanierung, jetzt muss die Gemeinde das Geschäft bewilligen.
ARCHIVBILD

Die Sanierung der Sportbahnen Vals AG tritt in die entscheidende Phase ein. In den letzten Wochen wurde das Sanierungskonzept in intensiven Diskussionen mit verschiedenen Anspruchsgruppen bereinigt, so dass die Gemeindeversammlung am 12. Oktober über die von der Gemeinde zu erbringenden Sanierungsbeiträge beschliessen kann, wie diese in einer Mitteilung schreibt.

Dazu gehören ein Forderungsverzicht gegenüber den Sportbahnen Vals AG sowie eine Garantie für die verbleibenden Amortisationen gegenüber Dritten. Parallel zur Bilanzsanierung muss die künftige Betriebsfinanzierung des Bahnbetriebs neu geregelt werden. Der Gemeinderat schlägt dazu das Modell «Gadastatt included» vor, eines von mehreren, die in den vergangenen Monaten geprüft wurden.

Dieses Modell sieht wie folgt aus: Die Sportbahnen Vals AG soll von der Gemeinde einen jährlichen Betriebsbeitrag in der Höhe von 900'000 Franken erhalten. Im Gegenzug wird die Benutzung der Gondelbahn Gadastatt für alle Benutzer gratis und Skifahren sehr günstig: Tageskarten sollen laut Mitteilung für 33 Franken und Saisonabonnemente für 333 Franken angeboten werden.

Neues Abgabengesetz

Finanziert werden soll der Betriebsbeitrag durch eine Erhöhung der Liegenschaftssteuer von 1 auf 2 Promille, eine neue Beherbergungsabgabe, welche die heutige Kurtaxe ersetzt, sowie einem jährlichen Beitrag aus dem allgemeinen Haushalt.

Das neue Beherbergungs- und Tourismusförderungsabgabengesetz sieht bei Hotels eine Beherbergungsabgabe von 1'080 Franken pro Zimmer und bei Gruppenunterkünften 100 Franken pro Schlafplatz vor. Ferienwohnungsbesitzer bezahlen die Beherbergungsabgabe in Form einer Grundtaxe von 150 Franken pro Wohnung zuzüglich einer flächenabhängigen Abgabe von 12.10 Franken pro Quadratmeter Nettowohnfläche. Die Beherberger und Vermieter können die Abgabe in Form einer Gästetaxe von sechs Franken pro Logiernacht gegenüber den Gästen ausweisen.

Sofern die Sanierung zustande kommt, ist vorgesehen, die bestehenden Strukturen (Sportbahnen Vals AG, Visit Vals, Marketingkommission der Gemeinde) zu vereinfachen und nach Möglichkeit zusammenzuführen, wie die Gemeinde weiter schreibt. Diese Arbeiten sollen noch in diesem Herbst an die Hand genommen werden. (fio)

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33 franken als sehr günstig zu betiteln ist schon sehr frech. Im Kontext zum klein Pistenangebot oder den paar wenigen veralteten Förderanlagen liegt der Preis im oberen Bereich des mittleren Preissegment, also alles andere als sehr günstig. Unter dem Strich werden die treusten Abonenen, die Einheimischen, zur Kasse gebeten. In VALS dem Dorf der Eigentümer bezahlt der Eigentümer durchschnittlich 600 Franken mehr liegenschaftssteuer plus 333 Franken für das Abo. Sage und schreibe 933 Frankenpro Jahr für einen Skipass in einem so kleinen abgelegenen Skigebiet? Das ist schon sehr teuer. Da verärgert man nur die Einheimischen, die gerupft werden. Kommt noch hinzu das die Einheimischen auch noch zusätzlich über den jährlichen Gemeindebeitrag via Gemeindesteurrn quasi nochmals abgeschröpft werden. Profitiere sind die Zweitwöhner die es sich in VALS gut lassen möchten. Von Dienstleistungen und Rabatten profitieren ohne Gemeindesteuern zu entrichten. Die Hoteliers kommen auch zum Handkuss, gleichzeitig profitieren und jammern ohne einen richtigen Mehrwert für das Gemeindewohl zu leisten. Vals hat die historische Chance verpasst eine Tourismusfördernde Massnahme umzusetzen. Mit dem wischi waschi Kompromis auf Kosten der einheimischen Bevölkerung erntet man nur die Abhlehnung im Dorf / lockt aber kaum mehr Touristen ins abgelegene Tal – zumindest nicht zum Skifahren. Die Probleme blieben und bald kommen die Totalsanierungen der Förderanlagen und des altmodischen Bergrestaurant. Ein Ausbau, Erweiteungen oder gar ein Investor scheint In weite Ferne gerückt. Schade, Chance verpasst.

Anstatt nach Innovationen zu suchen, um den Tourismus voranzubringen, wird ständig gejammert, über die schwindenden Übernachtungszahlen, u.a. soll der Euro dafür verantwortlich sein und zu viele CH-Touristen würden Ferien in Österreich verbringen etc., etc. Gleichzeitig wird in Vals notabene über das Sportbahnen-Sanierungskonzept «geknobelt» und wie viel Geld dafür den Gästen abgeknüpft werden soll, vor allem denjenigen die das Geld bereits ins Dorf bringen. Wir sind der Überzeugung, dass ein Touristendorf die notwendigen Infrastrukturen finanzieren muss, wie das die Hotelbetreiber/Vermieter etc. auch müssen, wollen sie Gäste gewinnen.
Die Sportbahnen-Sanierung ist unbestritten wichtig, doch dies allein bringt den Tourismus in Vals auch nicht wieder auf Kurs! Und genau das ist doch die Frage, wie kann der Tourismus Vals wieder am Erfolg vor 2012 anknüpfen. Gelingt dies, wird die gesamte Gemeinde profitieren und die Mankos der Gemeindekasse ausgleichen. Beim Zumthor-Bad genehmigte und bewältigte die Gemeinde Vals auch die Millionen, die dafür nötig waren. Eine Investition, welche Geschichte schrieb sowie Vals weltberühmt machte und der Tourismus florierte über Jahre! Tourismus zu betreiben, heisst auch darin laufend zu Investieren.

So müssen die Valser erstmal sich Gedanken darüber machen, wie der Tourismus gerettet werden kann, was hat Vals ausser einer schönen Landschaft dem Gast zu bieten, womit kann Visit Vals die Stammgäste bei Laune halten und wie kann man neue Gäste gewinnen, eine Willkommenskultur sollte selbstverständlich sein! Stattdessen berichten die Valser über «so wollen die Valser ihre Sportbahnen retten (SO_05-07-18) und loben inzwischen das neue und bereinigte Sanierungs- und Abgabengesetz für die Sportbahnen, Gäste sollen zur Kasse gebeten werden, eine sichere Strategie sie zu «vergraulen», anstatt für Vals zu begeistern. Gäste als willkommene Milchkühe behandeln, kann sich der Valser-Tourismus das wirklich leisten?

Zudem rühmen sich die Valser, dass sie eines der schönsten Bergtouristengebiet hätten, so müsste es ja möglich sein, allenfalls Investoren für den «serbelnden» Sportbahnenbetrieb zu gewinnen.

Immerhin zahlen auch die Touristen der Zweitwohnungen seit jeher Steuern, Kurtaxen, bringen das Geld in die Restaurants/Läden und sind zahlende Sportbahnen-Benutzer, z.T. auch Aktionäre der Sportbahnen AG, denn von den Valsern allein, kann und konnte der Sportbahnenbetrieb «auch nicht leben». Die Wellness-Gäste des Luxushotels haben keinen Bedarf, ausserhalb des Hotels noch zu konsumieren.

So bleibt zu hoffen, dass sich die Valser Stimmbürger nicht noch einmal blenden lassen, schon gar nicht mit «GRATIS-Versprechungen», die sich niemals «rechnen»!