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Windenergie-Skilift muss weitere Hürden bewältigen

Das Amt für Raumentwicklung des Kantons Graubünden, die Gemeinde Domleschg und die Sesselbahn und Skilifte Feldis AG sind sich einig, dass das Projekt des weltweit ersten Windenergie-Skilifts weiterer Abklärungen bedarf. Zu diesem Schluss sind die Beteiligten nach einer Vorprüfung des Vorhabens gekommen.

Südostschweiz
Freitag, 07. September 2018, 11:52 Uhr Weitere Abklärungen
So sollte der Skilift in Feldis dereinst aussehen.
VISUALISIERUNG/PRESSEBILD

Das Projekt für den weltweit ersten Windenergie-Skilift ist im vergangenen Herbst dem kantonalen Amt für Raumentwicklung zur Vorprüfung zugestellt worden. Die Analyse des Vorprüfungsergebnisses vom März 2018 und damit verbundene Gespräche haben ergeben, dass weitere Abklärungen nötig sind, wie es in einer Mitteilung heisst. «Man muss berücksichtigen, dass der Skilift für alle Beteiligten Neuland ist, weil es der erste Windenergie-Skilift ist», sagte Mitinitiant Andy Kollegger auf Anfrage von Radio Südostschweiz. Deshalb seien noch verschiedene Fragen offen.

Die rechtlichen Grundlagen lassen derzeit nicht zu, das Vorhaben als Skilift mit Energieerzeugung zur Eigennutzung zu betrachten. Der Skilift und die Windenergieanlage seien grundsätzlich als zwei eigenständige Projektelemente zu behandeln, heisst es weiter. Dies erfordere weitere Abklärungen und Gutachten, sowohl in Bezug auf das Projekt (Erschliessung und Umweltauswirkungen) als auch in Bezug auf das Verfahren (Planungsverfahren).

Abklärungen eingeleitet

Die zusätzlichen Abklärungen werden in den nächsten Monaten genau geplant und budgetiert. Erst dann wird entschieden, ob das Bewilligungsverfahren eingeleitet beziehungsweise in Auftrag gegeben wird. Mit einem diesbezüglichen Entscheid ist noch in diesem Jahr zu rechnen. Mit einem allfälligen Baubeginn ist frühestens in zwei Jahren zu rechnen, wie die Initianten weiter schreiben.

Das Spezielle am Skilift

Den geplanten Skilift in Feldis kann man sich so vorstellen wie viele andere Skilifte im Kanton Graubünden. Der Skilift hätte sieben Stützen, von denen gerade einmal drei etwas Spezieller wären. «Sie wären erhöht bis auf 30 Meter und dort würde die Windenergieanalge installiert werden», erklärte Kollegger. Die Windenergie würde mehr Strom produzieren als der Skilift verbrauchen würde.

Eine der drei geplanten Turbinen würde bereits für den Betrieb des Skilifts ausreichen. Geplant sei, den restlichen Strom ebenfalls für das Skigebiet zu verwenden, beispielsweise für den Sessellift oder für die Restaurants im Gebiet. Ebenfalls könne der Strom, welcher im Sommer produziert werde und vom Skilift nicht verbraucht werde, anderweitig verwendet werden. Das Ziel sei aber, den produzierten Strom zu speichern. (can)

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