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Alles im grünen Bereich bei den Bergbahnen Scuol

Die Bergbahnen Scuol AG kann auf ein sehr gutes Geschäftsjahr 2017/18 zurückblicken. Es gab mehr Schnee, mehr Ersteintritte und mehr Umsatz.

Fadrina
Hofmann
Freitag, 31. August 2018, 04:30 Uhr Gutes Geschäftsjahr
Es geht aufwärts: Die Bergbahnen Scuol AG hat im Geschäftsjahr 2017/18 in allen Bereichen zulegen können.
FADRINA HOFMANN

Noch kein Jahr ist Andri Poo Direktor der Bergbahnen Scuol, doch er hat offensichtlich eine gute Zeit gewählt, um die Leitung des Betriebs zu übernehmen. Die Tourismuskrise scheint überwunden zu sein – zumindest wirkt das so, wenn man die Zahlen im Jahresbericht 2017/18 der Pendicularas sieht. Mit 13,4 Millionen Franken hat der Betrieb rund 1,1 Millionen Franken mehr Gesamtumsatz als im Vorjahr gemacht. Und die knapp 360 000 Ersteintritte waren 20 000 mehr als im Geschäftsjahr 2016/17.

Viel Schnee und wenig Sonne

Bereits der Sommer 2017 verlief gut. Dann kam der Schnee schon im November, was sich als beste Werbung für Winterferien im Unterengadin entpuppte. Der Saisonstart verlief dann planmässig. «Im Januar hatten wir sehr viel Schnee, was toll war, aber auch eine Herausforderung für unsere Mitarbeiter», sagte Verwaltungsratspräsident Andri Lansel gestern an einer Medienorientierung in Scuol. Es blieb ein schneereicher Winter. Ein Blick auf die Schneehöhen-Tabelle im aktuellen Geschäftsbericht zeigt, dass der Durchschnitt bei 99 Zentimetern lag. Im Vorjahr waren es gerade mal 34 Zentimeter. Die guten Schneeverhältnisse sorgten nicht nur für perfekte Pistenverhältnisse, sondern auch für weniger Unfälle. «Leider hatten wir in der Wintersaison nur 44 Sonnentage, sonst wären die Frequenzen sicher noch höher», meinte Lansel. Mit dem Gesamtumsatz sind die Verantwortlichen aber sehr zufrieden.

Auch der Cashflow von 5,3 Millionen Franken, der 2,3 Millionen Franken höher liegt als im Vorjahr, befriedigt Lansel. «Wir brauchen dieses Geld, um Schulden abzuzahlen und Investitionen zu tätigen», erklärte er. Möglich geworden sei dieses gute Ergebnis übrigens dank Einsparungen bei den Kosten. «Wir sind stolz, dass wir bestehen können, ohne auf Gelder der öffentlichen Hand zurückgreifen zu müssen», meinte Lansel. Das Unternehmen könne eine Stabilität aufweisen, die für die Region wichtig sei.

50 Prozent der Pisten beschneit

In kommenden Herbst wird das Beschneiungsprojekt abgeschlossen, welches in den vergangenen drei Jahren realisiert wurde. Zwölf Millionen Franken kostete dieses insgesamt. «Wir haben jetzt genug Wasser, um 50 Prozent der Pisten zu beschneien», erklärte Poo. Im vergangenen Winter waren es 43 Prozent. Das Wasser wird neu vom Bach Tasnan bezogen und innert 26 Stunden ins Skigebiet hochgepumpt. Der Speichersee auf Motta Naluns wird künftig als Ausgleichsbecken genutzt. Die Arbeiten am Beschneiungsprojekt wurden zu einem grossen Teil von den Mitarbeitern der Bergbahnen durchgeführt.

Keine dynamischen Preise

Das nächste grössere Projekt ist laut Poo der Ersatz der Bügellifte von Champatsch. Der Lift Clünas soll neue Sessel mit Hauben erhalten, und auch das Gastronomieangebot La Motta/Charpenna sollte nach 40 Jahren dringend renoviert werden. Wann welche Schritte unternommen werden, hängt davon ab, ob die Bergbahnen das Areal Engadinerhof verkaufen können. Ein Immobilienexperte wurde damit beauftragt, bis im Frühling 2019 eine Lösung zu finden.

Im Bereich der Ticketpreise wird es in der Wintersaison 2018/19 keine Änderungen geben. Lediglich die Zweitwohnungsbesitzer können erstmals mit vergünstigten Tarifen rechnen. Je nach Kaufdatum handelt es sich um eine Vergünstigung von zehn bis 15 Prozent. Dynamische Preise sind in Scuol derzeit keine Option.

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