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Madrisa trotz Aufwärtsfahrt mit Verlust

Weil man die Kosten nicht im Griff hatte, verhagelte es der Klosters-Madrisa Bergbahnen AG 2017/18 das an sich gute Geschäft.

Béla
Zier
Freitag, 24. August 2018, 04:30 Uhr Verwaltungsrat ist gefordert
Madrisa Klosters
Die Madrisabahn steht unter Druck, weil die Zahlen nicht stimmen.
PRESSEBILD

Die Klosters-Madrisa Bergbahnen AG hat 2017/18 einen massiven Verlust von fast 910 000 Franken eingefahren (Vorjahr: Gewinn von 216 000 Franken). Und dies, obwohl es im Ertragsbereich deutlich nach oben ging. Im zurückliegenden schneereichen Winter stiegen die Ersteintritte gegenüber dem Vorjahr um 23 700 auf 127 600 an. Das schlug sich auf den Verkehrsertrag nieder, der im Geschäftsbericht mit total 3,39 Millionen Franken ausgewiesen wird (2,78 Millionen Franken).

Auch beim Gastronomieertrag kann bei einer Steigerung von 13 Prozent auf knapp 3,7 Millionen Franken von Erfolg gesprochen werden. Total resultierte ein Betriebsertrag von 7,8 Millionen Franken (6,7 Millionen Franken).

Kosten höher als veranschlagt

Gemäss der Erfolgsrechnung 2017/18 beträgt der Personalaufwand 3,7 Millionen Franken (Vorjahr: 3,1 Millionen Franken). Der übrige betriebliche Aufwand kletterte gegenüber dem Vorjahr um rund 400 000 Franken auf 2,4 Millionen Franken. Der Ebitda (Betriebsgewinn vor Zinsen, Abschreibungen, Steuern) belief sich auf 517 000 Franken (772 000 Franken). Diese Schlüsselzahl sei unter den Erwartungen, da die Personal- und übrigen Betriebskosten markant höher als veranschlagt ausgefallen seien, heisst es im Geschäftsbericht.

«Wir hatten die Kosten nicht im Griff», sagte Roger Kunz, Verwaltungsratspräsident der Madrisabahn, gestern auf Anfrage. Einerseits habe er Freude an den schönen Umsätzen und Ersteintritten, andererseits sei es ernüchternd, dass man unter dem Strich solch ein Minus-Resultat ausweise: «Das ist eine Riesenenttäuschung.» Der Verwaltungsrat sei in den nächsten Jahren auch gefordert, zu analysieren, wo man Kosten optimieren könne.

Finanzierungslücke gedeckelt

Wegen des hohen Jahresverlusts und der laufenden Amortisationsverpflichtungen sei die Liquidität der Gesellschaft «sehr stark angespannt», heisst es im Geschäftsbericht. Bis Ende 2018 resultiere eine Finanzierungslücke von knapp zwei Millionen Franken. Dazu hielt Kunz fest, dass man diese Lücke mittels Aktionärsdarlehen habe schliessen können. Eingeschossen worden sei das Geld, Kunz nannte keine Summe, von jener Schweizer Privatinvestorengruppe, welche die Madrisabahn 2014 übernommen hatte.

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