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Nirgends fahren die Züge pünktlicher als in der Region

Im Dreieck Rapperswil–Ziegelbrücke–Wattwil kommen die Züge mit rekordhoher Pünktlichkeit an – wie in der gesamten Ostschweiz. Gründe dafür gibt es mehrere.

Marco
Lüthi
Donnerstag, 17. Mai 2018, 04:30 Uhr Bahnverkehr

Ein Bonmot besagt, dass man in der Schweiz die Uhren nach den Zügen stellen kann. Wie eine Pünktlichkeitsanalyse der Gratiszeitung «20 Minuten» zeigt, trifft dies in der Ostschweiz weitgehend zu – und besonders im Dreieck zwischen den Bahnknoten Rapperswil, Ziegelbrücke und Wattwil. In der Rangliste von «20 Minuten» belegt Wattwil mit 1,5 Prozent verspäteten Ankünften landesweit Platz 1, Ziegelbrücke mit 3,2 Prozent Platz 11 und Rapperswil mit 4,7 Prozent Platz 27 – dies bei 91 Messpunkten.

Als pünktlich gilt nach den SBB-Richtlinien ein Zug, der mit weniger als drei Minuten Verspätung ankommt.

Glarner Linien unter Top 25

Weit vorne erscheinen das Linthgebiet und das Glarnerland auch in der Bewertung für Linien, die «20 Minuten» ebenfalls veröffentlicht hat. Die S6 von Rapperswil nach Schwanden belegt unter 153 Zugslinien in der ganzen Schweiz Platz 17, die S25 von Zürich nach Linthal Platz 23, der Voralpen-Express Platz 28 und die S4 von Sargans über Uznach nach St. Gallen Platz 37. Mit Ausnahme von Graubünden brilliert die ganze Ostschweiz mit einer hohen Pünktlichkeit.

Reto Schärli, Mediensprecher der SBB, sieht den hohen Ausbaustandard im Raum Zürich als wichtigen Grund für die guten Werte weiter östlich: «Die neue Durchmesserlinie in Richtung St. Gallen sowie eine Vielzahl von kleineren Massnahmen haben die Fahrplanstabilität in der Ostschweiz massiv erhöht», erklärt er. Christopher Hug, Mediensprecher der Südostbahn (SOB), erklärt die hohe Pünktlichkeit in der Region zudem mit der vergleichsweise geringen Zugsdichte. Ebenso verkehrten auf den meisten Ostschweizer Linien keine internationalen Personen- und Güterzüge, die oft verspätet seien.

Die Analyse von «20 Minuten» beruht auf Daten der SBB, die über das Internet zugänglich sind. Die Zeitung wertete für die Zeit vom 1. Januar bis zum 24. April sämtliche Verbindungen in der Schweiz aus. Diese Daten sind laut Schärli allerdings «mit Vorsicht zu geniessen», weil sie noch nicht von Fehlern bereinigt seien.

Die SBB selber errechnen aus diesen Daten die sogenannte Kundenpünktlichkeit. Diese besagt, wie viele Prozent der Reisenden ihre Anschlüsse erwischen und mit weniger als drei Minuten Verspätung ankommen. Auch in dieser Wertung schneidet der Raum Zürich-Ostschweiz besser ab als der Rest des Landes. 92 Prozent der Reisenden kommen im Nordosten pünktlich an, 5 Prozent mehr als in den übrigen Regionen.

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