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Der neue Flughafen Samedan nimmt Formen an

Der Regionalflughafen Samedan wird modernisiert. Nun sind die ersten Visualisierungen und Pläne für den Neubau publik geworden. Wer ein Monument für die High Society erwartet, liegt komplett falsch.

Fadrina
Hofmann
Mittwoch, 09. Mai 2018, 04:30 Uhr So solls aussehen

Einen Flughafen für das Tal schaffen, das war die Hauptabsicht des Generalplanerteams Hosoya Schaefer Architects und Blarer&Reber Architekten. «Im Engadin sind die Menschen immer noch verankert, nicht nur mit der Landschaft, sondern auch mit der Gemeinschaft. Deswegen muss der Flughafen Samedan Teil dieser Gemeinschaft sein», erklärt Architekt Markus Schaefer. Die zweite Absicht des Planerteams war, den Neubau in die bautechnische und aviatische Geschichte des Flughafens einzureihen. Und schliesslich sollte das Gebäude als grosser Körper mit der Landschaft zusammenspielen.

Die Studie von Hosoya Schaefer Architects und Blarer&Reber Architekten hat eine elfköpfige Jury überzeugt. Im März wurde sie als Siegerprojekt nach einem einstufigen Verfahren gewählt. «Das Projekt besticht mit seiner Schlichtheit und Flexibilität», sagt Daniel Peter, Geschäftsstellenleiter der Infrastrukturunternehmung Regionalflughafen Samedan (Infra). Das Gebäude falle auf und doch nicht, es sei markant, ohne ein Monument zu sein. Gemäss Jury hat dieses Projekt zudem «eine sehr sorgfältige und identitätsstiftende Struktur».

Sicherstellung des Betriebs

Der Flughafen Samedan wird modernisiert, um den Anforderungen an einen Non-Schengen-Zollflughafen gerecht zu werden und die gesetzlichen und regulatorischen Auflagen wieder vollumfänglich zu erfüllen. Die Neuerungen sollen zudem einen effizienten und zeitgemässen Betrieb ermöglichen.

Bis im Jahr 2021 will die Infra insgesamt 22 Millionen Franken in die Modernisierung des Flughafens investieren. 13,1 Millionen Franken sind für die Hochbauten vorgesehen. Erneuert werden unter anderem Betriebsgebäude samt Tower, Heliport, Abstellflächen für die Flugzeuge und Anlagen zur Erhöhung der Sicherheit und Verfügbarkeit. Es geht bei diesem Projekt um nichts Geringeres als die langfristige Sicherstellung des Betriebs.

Eine wirtschaftliche Lösung

Bereits im November 2015 hat die Verwaltungskommission der Infra den Masterplan verabschiedet und damit das raumplanerische Fundament für die weitere Entwicklungsplanung der Infrastruktur gelegt. Vorgesehen ist eine Modernisierung in mehreren Etappen. Am 26. März 2017 hat die Stimmbevölkerung des Kreises Oberengadin dem Verpflichtungskredit von 8,5 Millionen Franken als Beitrag für die Finanzierung der ersten Phase – der sogenannten «Kernentwicklung» – klar zugestimmt.

Beim Siegerprojekt handelt es sich gemäss Jury auch um eine finanziell interessante Lösung. «Der sehr einfache und stringente Entwurf lässt eine wirtschaftliche Realisierung erwarten», heisst es im Schlussbericht.

Auch ein VIP-Flughafen

Der Flughafen Samedan ist nicht nur der höchstgelegene Regionalflughafen in Europa, er ist auch der Flughafen für die Reichen und Schönen. «Der VIP-Flugplatz war ein grosses Thema», sagt Peter. Gerade dadurch, dass das Siegerprojekt den Fokus auf effiziente Abläufe gelegt habe, werde es den Ansprüchen der anspruchsvollen Passagiere gerecht. «Die Gäste wollen möglichst schnell vom Flughafen ins Hotel, und das ist hier gewährleistet», erläutert der Geschäftsstellenleiter.

Baustart frühestens 2020

Nach der Auswahl des Siegerprojekts erfolgt nun die Weiterbearbeitung zu einem Vorprojekt und Bauprojekt für die erste Realisierungsphase. Bis Ende Jahr sollte dieser Prozess abgeschlossen sein. Dann folgt das Bewilligungsverfahren. Die Bewilligungsbehörde ist das Bundesamt für Zivilluftfahrt. Das Plangenehmigungsverfahren startet voraussichtlich im 2019. Parallel dazu gibt es noch ein Raumplanungsverfahren auf Bundesebene.

«Wenn alles planmässig verläuft, ist der Baustart im Sommer 2020», sagt Peter.

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Für einen VIP Flughafen braucht es schon etwas mehr als 14 Millionen ist da kein Staat zu machen. Was ist los mit mit den Fingerdocks die braucht es auf dieser Meherhöhe, sowie steht es mit der Flugpistenverlängerung mindestens 2,2 km, aber typisch engadinerisch nichts Kosten aber von Flugplatz träumen der eher einem Barackenlager gleicht, aber sicher nicht ein VIP Flugplatz. Ein Investor wäre vorhanden gewesen der ca. 150 Millonen investiert hätte, aber die Inzucht wollte es nicht. Nun wird halt mehr in Altenrhein und und Friedrichshafen, ev. Bad Ragaz investiert.