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Was der Schweizer Tourismus ohne Seilbahnen wäre

Im Gelben Haus in Flims ist gegenwärtig der zweite Teil der Trilogie «Luft Seil Bahn Glück» zu sehen. Gezeigt werden für den hiesigen Tourismus unverzichtbare, legendäre Bahnen und exquisite Luftseilbahnarchitektur.

Denise
Alig
Montag, 08. Januar 2018, 04:30 Uhr Sesselbahn
Die erste kuppelbare Sesselbahn der Welt ist 1945 in Flims in Betrieb genommen worden.
YANIK BÜRKLI

Mit einer eigentlichen Spiellandschaft (für Kinder und Erwachsene) beginnt der auf drei Stockwerke verteilte Rundgang durch die Ausstellung «Gondelträume und Aussichten» im Gelben Haus in Flims. Es ist der zweite Teil der am vergangenen 18. November im Heimatschutzzentrum Zürich eröffneten Ausstellungstrilogie «Luft Seil Bahn Glück». Verantwortlich dafür zeichnet als Kuratorin Ariana Pradal, Ausstellungsmacherin für Design und Architektur, Zürich.

Die künstlerische Leitung des Gelben Hauses haben Carmen Gasser Derungs und Remo Derungs inne. Die Idee, Seilbahnen in einer Ausstellung zu thematisieren, stammt denn auch aus «ihrem» Haus. Während der Konzeptentwicklung stiessen dann auch das Nidwaldner Museum in Stans und das Heimatschutzzentrum Zürich hinzu.

Das an ein Spielzimmer erinnernde Parterre des Gelben Hauses ist mit originalgetreu nachgebildeten Modell-Luftseilbahnen gespickt. Anfassen nicht nur erlaubt, sondern erwünscht. Plakate und Logos der zahlreichen geschichtsträchtigen Schweizer Seilbahnen wie der Rigi, der Jungfraujoch- oder der Säntisbahn sind ebenso zu bestaunen wie Firmenschilder und Produkte namhafter Schweizer Seilbahnhersteller wie Garaventa, Von Roll und Giovanola. Ein Film über die Herstellung von Drahtseilen ergänzt die Ausstellung im Erdgeschoss.

Faszinierende Original-Stücke

In der ersten und zweiten Etage wird die Ausstellung dann erwachsener, aber nicht minder interessant – auch für die ganz jungen Besucherinnen und Besucher. Zu sehen sind neben Original-Gondeln und -Sesseln auch Original-Bestandteile wie Seile, Rollen und Aufhängungssysteme. Dazu kommen interessante Film- und Tondokumente über Schweizer Seilbahnen, deren Namen in der ganzen Welt bekannt sind.

Ausgeklügelte Architektur

Einen wichtigen Stellenwert innerhalb der Ausstellung nimmt die Seilbahnarchitektur ein. Beispiele aus der Schweiz und dem nahen Ausland zeigen, dass Seilbahnarchitektur mehr ist als Seilbahnarchitektur. Einerseits, weil gerade bei den Tal- und Bergstationen auch andere als rein bahntechnische Nutzungen in Frage kommen. Andererseits, weil sich im Gebirge besonders anspruchsvolle technische Fragen stellen, etwa bezüglich Klima, Logistik und Unterhalt.

«Luftseilbahnen sind aufs Engste mit der Tourismusgeschichte des Alpenraums verknüpft.»

Insgesamt gibt die Ausstellung gemäss Besucherbroschüre einen Überblick über die Zeit von den Anfängen des Seilbahnbaus bis in die nahe Zukunft. «Auch spürt sie Luftseilbahnen in Werbung, Film und Kinderzimmern nach», heisst es.

Nicht zufällig in Flims

«Gondelträume und Aussichten» wird natürlich bewusst im Gelben Haus gezeigt, spielte doch Flims in der Geschichte der Schweizer Seilbahnen eine bedeutende Rolle. So wurde die erste kuppelbare Sesselbahn der Welt 1945 zwischen Flims und der Alp Foppa in Betrieb genommen. Im Zusammenhang mit der damaligen Weltneuheit stiessen die Ausstellungsmacher zufällig auf einen alten Film sowie historische Dokumente und Fotografien. Diese wurden zum Teil in die Schau integriert.

Auch die Eröffnung der Crap-Sogn-Gion-Bahn im Jahr 1968 wird prominent thematisiert. Die Baute, damals immerhin «die längste touristische Pendelbahn der Schweiz», wird in der Ausstellung als «ein Werk der Superlative» gewürdigt.

Ergänzt wird «Gondelträume und Aussichten» durch ein vielseitiges Rahmenprogramm mit Führungen, Vorträgen, Lesungen, Konzerten und dem Bähnlitag.

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