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Tourismus-Service durch digitale Assistenten

Die Davoser Tourismusorganisation will bei der Kundenberatung ab 2018 ein textbasiertes Dialogsystem, einen Chatbot, einsetzen. Auf diesen Winter hin wird in der Destination die digitale Gästekarte eingeführt.

Béla
Zier
07.11.17 - 06:49 Uhr
Tourismus
In der Tourismusdestination Davos/Klosters kann die Gästekarte neuerdings auf das Smartphone geladen werden und ab 2018 wird der Beratungsservice durch einen Chatbot erweitert.
In der Tourismusdestination Davos/Klosters kann die Gästekarte neuerdings auf das Smartphone geladen werden und ab 2018 wird der Beratungsservice durch einen Chatbot erweitert.
KEYSTONE

Wer sich der digitalen Entwicklung verschliesst, wird sehr schnell ins Hintertreffen geraten. Das gilt auch für die Tourismusbranche. Die Davos-Destinations-Organisation hat bereits mehrfach verkündet, dass man im Marketing auf die digitale Schiene setzen wird. Jetzt folgt ein weiterer Schritt in diese Richtung.

Im nächsten Jahr will die Tourismusorganisation bei der Gästeberatung einen Chatbot einsetzen. Das geht aus dem eben publizierten Geschäftsbericht 2017/18 der Touristiker hervor und wurde auf Anfrage bestätigt. Chatbots finden im Kundenservice vieler Branchen und in der Tourismusindustrie zunehmend Verbreitung. Als textbasierte Dialogsysteme mit einer Ein- und Ausgabemaske werden Chatbots im Online-Lexikon Wikipedia beschrieben. Die Beratung des Kunden wird vom Computer, von einem digitalen Assistenten, übernommen. Der Vorteil: Dieser steht immer zur Verfügung.

Von Bündner Firma entwickelt

Laut der Davoser Tourismusorganisation soll der Chatbot auf einer eigenen Plattform angeboten werden, die gleich gehandhabt wird wie diejenige des Facebook-Messengers. Zunächst sollen Gästefragen schriftlich auf Deutsch, später dann ebenfalls in Englisch verarbeitet werden können.

Genutzt werde die Chatbot-Entwicklung Jovìn der St. Moritzer Kommunikationsagentur Spot Werbung AG. Der Chatbot sei lernfähig und könne mittels künstlicher Intelligenz schnell vorgefertigte, aber auch personalisierte Antworten auf die Bedürfnisse des Anfragenden finden, hatte die Agentur letzten Mai mitgeteilt. Genützt würden dazu diverse Datenquellen aus dem Profil und hinterlegte Personendaten sowie sämtliche Daten, die von einer Destination zur Verfügung gestellt werden. Dies könnten Informationen zu Hotels und deren Verfügbarkeit, Pisten- wie Wetterberichte oder auch Veranstaltungen sein. Eingesetzt werden soll der Tourismus-Chatbot Jovìn nicht nur in Davos, sondern auch in den Destinationen St. Moritz und Pontresina. Laut der Davoser Tourismusorganisation wird der herkömmliche Beratungsservice, der unter anderem auch über das Messengerprogramm Whatsapp läuft, weiterhin angeboten.

Gästekarte auf dem Smartphone

Auf den kommenden Winter hin wird in der Destination Davos/Klosters die digitale Gästekarte eingeführt. Das bestätigt die Medienstelle der Davoser Tourismusorganisation. Damit können Gästekarten künftig, vergleichbar mit dem E-Ticket bei Flügen, auf Smartphones geladen werden. Auf einem Gerät könnten auch mehrere Gästekarten geladen werden, was für Familien von Vorteil sei. Die herkömmlichen Gästekarten, die auf Papier ausgedruckt werden, wird es laut der Davoser Tourismusorganisation weiterhin geben.

Immer mehr Touristen aus «Greater China»

Die Destination Davos/Klosters zählte 2016/17 insgesamt rund 2,52 Millionen Logiernächte. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 1,75 Prozent. Im Berichtsjahr 2016/17 hätten Gäste aus «Greater China» (China, Taiwan, Hongkong) erstmals für über 10'000 Logiernächte gesorgt, heisst es im Geschäftsbericht der Tourismusorganisation. Damit habe dieser Markt, der nun zu den Top Ten gehöre, Italien, Schweden oder Tschechien in der Rangliste überholt. Für die Destination Davos/Klosters sei «Greater China» mit Abstand der wichtigste sowie erfolgreichste Entwicklungsmarkt, ist im Geschäftsbericht festgehalten.

In der Erfolgsrechnung 2016/17 der Davos-Destinations-Organisation resultiert ein Minus von rund 59'000 Franken. Das Ergebnis sei um rund 124'000 Franken besser als im Budget vorgesehen war, heisst es dazu im Jahresbericht.

Béla Zier ist Redaktor der gemeinsamen Redaktion Online/Zeitung «Südostschweiz» und «suedostschweiz.ch» und berichtet über die Region Davos und das Prättigau. Er ist seit 1993 für die Medienfamilie Südostschweiz tätig und arbeitet dort, wo er auch wohnt. In Davos. Mehr Infos

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