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Zwei Räder, viele Schaufeln und ein bisschen Luxus

Am Mountainbike-Kongress in Chur wird am Donnerstag und Freitag unter anderem über die touristische Wertschöpfung des Bikesports gesprochen. Wir haben mit einem Biker der ersten Stunde über seine liebste technische Neuerung gesprochen. Und einen Experten gefragt, welche Bündner Region das grösste touristische Potential besitzt.

Simone
Zwinggi
Mittwoch, 11. Oktober 2017, 22:11 Uhr Mountainbike-Kongress
Der Mountainbikesport fasziniert immer mehr Leute.
YANIK BUERKLI

Am Ride Mountainbike-Kongress, der am Donnerstag und Freitag in Chur stattfindet, diskutieren Tourismus- und Mountainbikefachleute über die Herausforderungen und die Zukunft des Biketourismus'. Aus diesem Anlass haben wir mit einem Biker der ersten Stunde über die grössten Neuerungen der vergangenen Jahre gesprochen und einen Experten gefragt, welches die Bündner Bike-Hotspots sind und welche Regionen noch zulegen könnten.

Seit eh und je auf dem Bike

Tom Schneider ist Leiter Plattformen bei der «Südostschweiz» und verbringt seine Freizeit seit rund 25 Jahren am liebsten auf dem Mountainbike. Der begeisterte Biker ist froh, sind die Fullys (vollgefederten Bikes) nicht mehr so schwer wie früher. Und verrät, welchen Luxus er sich am Bike gönnt.

Auf Schatzsuche im Süden

Die vergangenen Jahre haben gezeigt: Immer mehr Leute verbringen ihre Freizeit auf dem Mountainbike. Und: Auf den Winter ist kein Verlass mehr, es braucht alternative Sportangebote. Aus diesen Gründen investieren die Tourismusorte immer stärker in den Bikesport. Marc Schlüssel vom Ride Magazin hat für uns eine Einschätzung der Bündner Tourismusorte betreffend Bikebegeisterung gemacht.

 

Hotspots

«Lenzerheide, Davos-Klosters und Engadin-St.Moritz sind ganz klar die Bikehotspots des Kantons», sagt Schlüssel. Was die einzelnen Regionen speziell auszeichnet: Lenzerheide ist Austragungsort eines Weltcuprennens, Davos-Klosters gilt als Singletrail-Paradies, Engadin-St.Moritz ist bekannt wegen der vielen Flowtrails und der Bernina-Express-Tour.

Hotspots zweiter Stufe

Auch sehr begehrt, aber ein wenig Abstand zu den drei Spitzenreitern weisen gemäss Schlüssel die beiden Regionen Flims-Laax und Scuol auf. Flims-Laax habe keinen grossen Bike-Event mehr (früher gab es Foxtrail) und nur wenige Bikehotels. Zudem hätten die Wegverbote für Biker negative Schlagzeilen gemacht. Scuol könne aufgrund zu geringer Übernachtungszahlen den ersten drei das Wasser nicht ganz reichen, sagt Bikeexperte Schlüssel.

Im Aufwind

Als «versteckte Perle» bezeichnet Schlüssel die Val Müstair. Gute Bikehotels und Hotelpartner würden das abgelegene, wenig bewohnte Tal auszeichnen. Mit «build and bike», einer Eventwoche, habe die Region in diesem Jah zudem für ein grosses Echo in der Mountainbikeszene gesorgt. «Mountainbiker konnten in der Val Müstair gratis Ferien verbringen, mussten dafür aber jeweils am Morgen die Schaufel in die Hand nehmen und auf den Biketrails arbeiten. Am Nachmittag konnten sie sich dann aufs Bike setzen», erklärt Schlüssel.

Und auch im Puschlav tut sich einiges in Sachen Bikesport. Mit dem Viva-Bikefestival vom kommenden Frühling verbindet das Bündner Südtal Biken und Kulinarik.

Weisser Fleck auf der Bike-Landkarte

Nachholarbeit in Sachen Biketourismus besteht in Schlüssels Augen vor allem in der Surselva: «In Disentis-Sedrun fehlen biketaugliche Trails. Diese Region müsste einiges in die Trailinfrastruktur investieren, um sich im Bikesport einen Namen zu machen», so Schlüssel.

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