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Touristischer «Big Bang» reduziert sich auf «Bang»

Die Destination Davos Klosters verabschiedet sich von ihrer touristischen Vielfalts-Strategie. Nach einigem Hängen und Würgen soll die Revitalisierung der Marke auf den Sommer 2018 hin umgesetzt werden.

Béla
Zier
05.10.17 - 02:11 Uhr
Tourismus
Paul Petzold ist davon überzeugt, dass der neue Auftritt für die Tourismusdestination ein Erfolg wird.
Paul Petzold ist davon überzeugt, dass der neue Auftritt für die Tourismusdestination ein Erfolg wird.
OLIVIA ITEM

Fast wäre die touristische Neuausrichtung der Destination Davos Klosters an fehlenden Geldern gescheitert. Es drohte ein Abbruch der seit 2015 laufenden Projektarbeiten. Im Juni sei der Verwaltungsrat der Tourismusorganisation vor dieser Situation gestanden, bestätigt Paul Petzold. Laut dem Verwaltungsratspräsidenten der Davos Destinations-Organisation konnte die Finanzierungsfrage erst am vergangenen Dienstag geregelt werden.

Mit dem von ihm erhofften «Big Bang» könne man die Revitalisierung der Marke Davos Klosters aus Kostengründen nicht mehr starten. Man habe aber eine Lösung gefunden, die noch einen «Bang» zulasse, so Petzold. Er beziffert die Gesamtkosten für den neuen touristischen Auftritt auf 420 000 Franken. Diese würden von der Tourismusdestination sowie den Gemeinden Davos und Klosters übernommen. Die neue Marke soll ab April 2018 zum Start der Sommersaison eingeführt werden, teilte die Destination Davos Klosters gestern mit.

Nachteile gegenüber Konkurrenz

Die Neupositionierung wurde ins Auge gefasst, weil die Destination Davos Klosters am Markt seit Jahren mit einer Angebotsfülle auftritt, die dem potenziellen Gast keine Orientierung bietet. Petzold hatte dies einst so formuliert: «Davos stand für alles, aber im Endeffekt standen wir für nichts.»

«Wir werden im Marketing voll auf die digitale Schiene setzen.»

Auf dem bisher eingeschlagenen Weg konnte sich die Tourismusregion gegenüber den nationalen wie internationalen Mitbewerbern nicht deutlich genug abheben. Dass Davos kein Alleinstellungsmerkmal besitzt, gilt als Wettbewerbsnachteil. Ändern soll das jetzt die zentrale Markenidee «Sport und Bewegung in einer gesunden Bergwelt». «Wir haben eine klare Stossrichtung, die Finanzierung ist geregelt, jetzt wird der Angebotskorb konkretisiert», führt Petzold zum weiteren Vorgehen aus. Was die Massnahmenumsetzung inklusive neuem Slogan beinhaltet, soll im November an der Generalversammlung der Tourismusorganisation präsentiert werden.

Das alte Logo wird ersetzt

Der Weg hin zu neuen touristischen Ufern erwies sich für die Touristiker als steiniger, als sie zu Projektbeginn angenommen hatten. So musste die Einführung der neuen Marke mehrmals verschoben werden. Begründet wurde dies mit einem zu ambitiösen Zeitplan und Schwierigkeiten bei der Finanzierung.

Petzold zweifelt nach wie vor nicht im geringsten am erhofften Erfolg und dem Kernziel aller Arbeiten; mehr Gäste für die Destination. «Ich bin klar davon überzeugt, dass das etwas bringt, und wenn ich von etwas überzeugt bin, dann führe ich es auch zum Erfolg», sagt der 67-Jährige.

Der neue Markenauftritt wird auch von einem Logowechsel begleitet. Noch 2016 hatte Petzold der «Südostschweiz» gesagt, dass das nicht zur Diskussion stehe. Petzold begründet den Meinungsumschwung so: «Man kann nicht etwas Neues machen und nachher sieht alles gleich aus wie vorher.» Das bestehende Logo sei 27 Jahre alt, nun brauche es ein neues «Transportmittel». Petzold verweist im Weiteren auf die Digitalisierung: «Wir werden im Marketing voll auf die digitale Schiene setzen, dazu brauchen wir ein Logo, das wir dafür besser nutzen können.»

Béla Zier ist Redaktor der gemeinsamen Redaktion Online/Zeitung «Südostschweiz» und «suedostschweiz.ch» und berichtet über die Region Davos und das Prättigau. Er ist seit 1993 für die Medienfamilie Südostschweiz tätig und arbeitet dort, wo er auch wohnt. In Davos. Mehr Infos

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