Welcher Chronotyp bist du?
Schlaf ist individuell – und sehr wichtig. Es macht daher Sinn, den eigenen Schlaf-Wach-Rhythmus besser kennenzulernen. Finde heraus, welcher Chronotyp du bist!
Schlaf ist individuell – und sehr wichtig. Es macht daher Sinn, den eigenen Schlaf-Wach-Rhythmus besser kennenzulernen. Finde heraus, welcher Chronotyp du bist!
Hast du morgens Energie bis in die Zehenspitzen und könntest, kaum hast du die Bettdecke zurückgeschlagen, losrennen, um ein paar Bäume auszureissen? Oder gehörst du vielleicht eher zur gemächlicheren Sorte, die auch nach vier Tassen Espresso nur schwer in die Gänge kommt – und dafür gegen Abend gern Neues in Angriff nimmt? Schlafmedizinerinnen und Schlafmediziner unterscheiden drei so genannte Chronotypen: Der Morgentyp, der Abendtyp und der Misch-Chronotyp. Dieser Biorhythmus kann man sich vorstellen wie ein innerer Taktgeber: Er bestimmt, wann unsere Produktivität besonders hoch ist, steuert aber auch biologische Vorgänge wie die Hormonausschüttung, den Blutdruck oder die Körpertemperatur. Das Hormon Melatonin bringt den Schlaf.
Der Morgentyp: Wie er lebt und schläft
Wer morgens hellwach ist, sehr früh aufsteht und dem schon gegen 21 Uhr beim Entspannen auf dem Sofa die Augen zufallen, ist wahrscheinlich ein Morgentyp (oder umgangssprachlich eine Lerche). Dieser Chronotyp ist oft schon um sechs Uhr morgens in Hochform. Am Abend werden Lerchen hingegen früh müde. Konzerte oder Einladungen überstehen sie nur mit Mühe. Ein bisschen an der inneren Uhr können sie hingegen drehen: Zum Beispiel, indem sie morgens eine Sonnenbrille tragen, wenn sie das Haus verlassen – so bleibt der Körper immer noch etwas im Schlafmodus. An- und Abwesenheit von Licht hat bei den Morgentypen einen grossen Einfluss. Wenn du dir zum Beispiel abends eine Extraportion Licht gönnst, bleibst du vielleicht länger munter. Auch ein Power-Nap am Nachmittag kann helfen.
Der Abendtyp: Wie er lebt und schläft
Früh morgens kommen Abendtypen (umgangssprachlich auch Eulen) fast nicht aus dem Bett. Kein Wunder: Innerlich schlummern sie immer noch tief und fest; neun Uhr morgens ist für sie immer noch mitten in der Nacht. Abendtypen werden deutlich später im Tag produktiv. Inzwischen weiss man, dass sie auch erst im Verlauf des Tages Melatonin produzieren. Partys bis zum Morgengrauen – kein Problem. Abendtypen können ihre innere Uhr etwas vorstellen, indem sie morgens eine Extradosis natürliches Licht aufnehmen, abends versuchen, rechtzeitig zur Ruhe zu kommen, und vor dem Schlafengehen Bildschirme oder Displays mit hohem Blauanteil meiden. Der Misch-Chronotyp ist eine Mischung aus dem Morgen- und dem Abendtyp.
Das Wann ist entscheidend
In seinem Buch «Gutes Timing ist alles» beschäftigt sich Schlafforscher Dr. Michael Breus mit dem richtigen Zeitpunkt – sei es im Hinblick auf Gesundheit, Fitness und Produktivität. Mit dem Wissen aus der Chronowissenschaft hat er die Chronotypen überarbeitet und ihnen andere Namen gegeben: In seinem System heissen sie Delfin, Bär, Löwe und Wolf. Er plädiert dafür, dem «Wie« und «Was« im Leben endlich auch ein »Wann« hinzuzufügen. Nimm dir kurz Zeit und überlege dir, wann du ins Bett gehst, wie gut du durchschläfst und wie fit du dich morgen jeweils fühlst. Delfin, Bär, Löwe oder Wolf – was bist du?
Chronotyp Delfin
Mühst du dich beim Einschlafen oft ab, weil sich dein Gedankenkarussell unaufhörlich dreht und weckt dich auch das kleinste Geräusch sofort auf? Dann gehörst du vermutlich zu den Delfinen. Durch den leichten Schlaf bist du oft müde und kannst dich morgens und abends meist nicht so gut konzentrieren. Für diesen Typen bieten sich zum Beispiel Atemübungen zur Entspannung als Teil eines Einschlafrituals an. Um am Morgen mit etwas mehr Elan in den Tag zu kommen, ist eine kalte Dusche oder Bewegung empfehlenswert für den Chronotyp Delfin.
Übrigens: Dieser Chronotyp ist nach dem Delfin benannt, weil dieser immer nur mit einer Gehirnhälfte schläft.
Chronotyp Bär
Bären schlafen gern und viel und haben meistens auch einen guten Schlaf. Sie kommen am Morgen oftmals schlecht aus dem Bett, sind aber – wenn sie es geschafft haben – für ein paar Stunden sehr produktiv. Ein kleiner Powernap am Mittag von 15–20 Minuten hilft dem Bären über das Nachmittagstief hinweg. Dieser Chronotyp ist nach dem Bären benannt, weil Braunbären bis zu sieben Monate Winterruhe halten.
Chronotyp Löwe
Erwachst du vor dem Klingeln des Weckers kommst du federleicht aus dem Bett? Dann zählst du vermutlich zu den Löwen. Während du vormittags besonders fit bist, lässt deine Produktivität nachmittags deutlich nach. Du bist abends früh müde und freust dich darauf, ins Bett gehen zu können. Dieser Chronotyp heisst so, weil Löwen in der Steppe früh aufstehen. Achte darauf, dass du dir Abende für Entspannung und frühes Einschlafen freihältst.
Chronotyp Wolf
Bist du erst am Abend so richtig energiegeladen und kommst erst nach Sonnenuntergang so richtig in Fahrt? Dann gehörst du wohl zu den Wölfen. Durch den Tag hat er sich mehr schlecht als recht geschleppt, doch in den späten Stunden des Tages dreht der Wolf voll auf. Dann kann er effektiv arbeiten. Wölfe sind häufig sehr kreativ und künstlerisch tätig. Dieser Chronotyp heisst so, weil Wölfe nachts aktiv sind. Falls du das frühe Aufstehen nicht verlagern kannst, versuchen dennoch wichtige Aufgaben auf den Nachmittag oder den Abend zu verschieben.