Die Besten im Engadin
In dieser Woche stehen die besten Skifahrer dieses Winters in St. Moritz nochmals im Einsatz. Ein letztes Mal. Für die, die in den letzten Monaten wie Lara Gut und Marcel Hirscher Erfolge und reichlich Weltcuppunkte gesammelt haben, kommt das Saisonfinale und zugleich das Ende des Winters zur Unzeit. In der Stunde des Erfolgs möchte man einfach nur fahren. Alle anderen sind dagegen froh, in St. Moritz ihre Ski zum letzten Mal anschnallen zu müssen. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass für sie alle sehr bald das ungeliebte Sommer- und Konditionstraining beginnen wird.
Gestern und heute bin ich selbst in St. Moritz. Ich freue mich, im Engadin ehemalige Fahrer und Fahrerinnen wieder einmal zu sehen. Speziell freue ich mich auch, Lara Gut im Super-G fahren zu sehen. Sie ist für mich eine grosse Skifahrerin. Wer den Gesamtweltcup gewinnt, ist nicht nur ein erfolgreicher, sondern oft ein kompletter und konstanter Skirennfahrer. Bei Olympischen Spielen oder Weltmeisterschaften kann es Zufallssieger geben, beim Kampf um die grosse Kugel nicht.
Der Gesamtweltcup ist für mich sportlich gesehen der grösste Erfolg. Ich erinnere mich genau, wie stolz und glücklich ich 1992 war, als ich den Weltcup-Gesamtsieg feiern durfte. Unter den Anwesenden beim Fest auf Parsenn waren auch einige Konkurrenten. Alberto Tomba war damals zum Beispiel nach Davos gekommen, Pirmin Zurbriggen ebenfalls.
Pirmin ist für mich einer der grössten Champions bis heute. Marc Girardelli, Kjetil André Aamodt, Lasse Kjus sind das auch. Sie alle haben in allen Disziplinen Punkte gesammelt. Nichts gegen den Athleten Marcel Hirscher. Seine Leistungen sind fantastisch. Um noch ein ganz Grosser zu sein, fehlen dem Österreicher aber Resultate in den Abfahrten.
1699 Punkte hatte ich vor 24 Jahren nach dem letzten Saisonrennen auf meinem Konto. Es war ein wahnsinniger Winter. Insgesamt 15 Mal stand ich auf dem Podest, 22 Top-5-Klassierungen. In diesen Tagen werde ich oft darauf angesprochen. Das ist eigentlich jedes Jahr so, wenn der Weltcupfinal auf dem Programm steht. Hier in St. Moritz ist für mich trotzdem alles ein wenig spezieller und emotionaler.
Ich habe mit dem Menzi Muck mitgeholfen, die Rennstrecke zu bauen. 2004 durfte ich die WM-Hauptprobe mit Startnummer 1 eröffnen. Zwei Tage vor der WM-Eröffnung habe ich in Sölden leider die Achillessehne gerissen. Der Winter war damit für mich gelaufen.
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