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Jonerin hangelt sich durch TV-Show

Sport ist ihre Leidenschaft, Herausforderungen reizen sie: Die 29-jährige Personaltrainerin Laura Müdespacher kämpft sich bald durch den Hindernisparcours der Sendung «Ninja Warrior» – als eine der wenigen Frauen.

Südostschweiz
Donnerstag, 31. Oktober 2019, 18:15 Uhr «Ninja Warrior»: Vier Teilnehmer aus See-Gaster
Fit für den Härtetest am TV: Personaltrainerin Laura Müdespacher aus Jona.
Bild: Ramona Nock

Wer eine Horde muskelbepackter und Hantel stemmender Sportler erwartet hat, liegt falsch: Das Joner Fitnessstudio, wo Laura Müdespacher zum Gespräch empfängt, ist bis auf ein paar wenige Besucherinnen leer. Das liegt daran, dass die 29-Jährige vor allem individuelle Trainings anbietet – bei schönem Wetter oft draussen.

Als Frau im Nachteil

Fitnessutensilien hat es trotzdem im «Golden House». An den Wänden hängen Fitnessmatten, ein Gymnastikball liegt im Raum, und per Knopfdruck surren Turnringe von der Decke. An der Halterung wird sich die Jonerin später fürs Foto gekonnt hochziehen – und demonstrieren, dass sie fit ist für den sportlichen Härtetest vor den Fernsehkameras.

Laura Müdespacher gehört zu den 160 Teilnehmern, die ab kommendem Dienstag in der TV-Sendung «Ninja Warrior Schweiz» zu sehen sind (siehe Kasten). Auf die Sportler wartet ein anspruchsvoller Hindernisparcours. Um diesen zu bewältigen, braucht es viel Muskelkraft. Das widerspiegelt sich in den Geschlechterverhältnissen. Nur jede sechste Person ist weiblich. «Als Frau ist man bei diesem Parcours rein körperlich gesehen im Nachteil», weiss die Joner Personaltrainerin. So viel Kraft wie es brauche, um sich etwa an Seilen hochzuziehen, könne man als Frau kaum aufbringen. Trotzdem will sie sich der Herausforderung stellen.

Die Idee, bei der Sendung «Ninja Warrior» mitzumachen, sei spontan entstanden, sagt Müdespacher und fährt sich mit der Hand durch die blonden Locken. Eine Kollegin, die in der letztjährigen Staffel dabei war, habe sie dazu angespornt. Nach kurzem Überlegen habe sie zugesagt – denn Sport spielt in ihrem Leben seit jeher eine grosse Rolle. Von Leichtathletik über Tanzen, Snowboard-, Ski- und Velofahren bis hin zum Joggen und Krafttraining gehören verschiedene Aktivitäten zu ihrem Alltag.

Kampf gegen Magersucht

Ebenso wichtig wie Sport ist für die ursprünglich gelernte Krankenschwester eine ausgewogene Ernährung. Mit ihrem Körper stand sie aber nicht immer im Einklang, erzählt die junge Frau: Als Jugendliche rutschte sie nach dem Tod ihrer Mutter in die Magersucht. «Anorexie ist ein Schrei nach Aufmerksamkeit», weiss sie heute. Sie schaffte es aus eigener Kraft, die Krankheit zu besiegen – und hat heute nicht zuletzt dank ihres Berufs als Personaltrainerin ihre innere Balance gefunden. Nach wie vor ernähre sie sich gern gesund, sagt Müdespacher – denn ihr Körper sei ihr wichtig. Heute könne sie entspannt mit dem Thema Essen umgehen. Kalorienzählen kommt für sie nicht infrage: «Auch bei mir gibt es Tage, an denen ich abends eine Schale Cornflakes esse, statt etwas zu kochen», sagt sie schmunzelnd.

Abnehmen für den Parcours

Zur Vorbereitung auf den «Ninja Warrior»-Parcours habe sie trotzdem ein paar Kilos abgenommen – ganz bewusst: «Somit musste ich etwas weniger Eigengewicht hochziehen», erklärt sie. Denn so viel Griffkraft, wie es für den Parcours brauche, habe sie unmöglich innert weniger Wochen aufbauen können. Der Dreh hat im August stattgefunden – wie es für sie gelaufen ist, darf Laura Müdespacher aber noch nicht verraten. Nur so viel: Die Hindernisse und Distanzen, welche die Teilnehmer zu bewältigen haben, seien viel grösser, als man sie am Fernseher wahrnehme, findet die Jonerin. Auch die überhängende Wand, die es hoch zu rennen gilt, habe riesig auf sie gewirkt. Und: «Sobald alle Kameras auf einen gerichtet sind, kommt die Nervosität.» Auch die weibliche Konkurrenz habe sie ein wenig eingeschüchtert: «Viele der Frauen waren durchtrainierte Cross-Fitterinnen oder Kletterinnen, die sich monatelang vorbereitet hatten», schildert Müdespacher. Trotzdem hat das «Ninja Warrior»-Experiment der Jonerin Spass bereitet. Am liebsten würde sie den Parcours nochmals in aller Ruhe durchlaufen, sagt sie – ohne Stoppuhr, ohne Stress und fernab von TV-Kameras.

«Ninja Warrior»: Vier Teilnehmer aus See-Gaster

In der zweiten Staffel von «Ninja Warrior Switzerland» werden 160 Teilnehmer aus der ganzen Schweiz einen kräfteraubenden Hindernisparcours bewältigen. Die Hindernisse vereinen verschiedene Elemente aus Bereichen wie Trampolinspringen oder Felsklettern. Jeder Kandidat hat nur eine Chance – wer ins Wasser fällt, ist raus. Dem Gewinner winkt ein Preisgeld von 100 000 Franken.

Unter den Sportlern finden sich dieses Jahr vier Teilnehmer aus dem Linthgebiet. Nebst der Joner Personaltrainerin Laura Müdespacher sind dies Raphael Müller aus Uetliburg (der schon zum zweiten Mal antritt), ein Schüler aus Jona und ein Konstrukteur aus St. Gallenkappel.

Das Format «Ninja Warrior» ist international erfolgreich und wird in vielen Ländern ausgestrahlt. Das Original stammt aus Japan und wird dort seit 1997 unter dem Namen «Sasuke» im Fernsehen gezeigt. Das letzte Hindernis, der «Mount Midoriyama» – ein 20 Meter langes Seil, das es hochzuklettern gilt – haben erst sieben Teilnehmer bezwungen, davon zwei US-Amerikaner. In Europa hat es noch niemand geschafft.

«Ninja Warrior Switzerland» läuft ab 29. Oktober, 20.15 Uhr, jeweils dienstags auf TV24. Vor dem Finale am 10. Dezember wird das Promi-Special ausgestrahlt. Bei diesem ist unter anderen der Joner Comedian Frank Richter mit dabei. (ran)

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