Coperlin und die Lust am Scheitern

Mit 24 Jahren war er das erste Mal als Handstand-Akrobat beim Circus Knie, jetzt kehrt er als «Coperlin» in die Knie-Manege zurück: Dustin Nicolodi aus Eschenbach. Der Comedy-Jongleur ist ein Spross der Zirkusdynastie «The Nicolodis» in der achten Generation.

Von Verena Schoder

Wenn der Circus Knie am 15. März Premiere feiert, ist das für die Artistenfamilie Nicolodi aus Eschenbach einmal mehr ein ganz besonderes Ereignis. Nachdem Vater Willer (58) im Jahr 2015 als Bauchredner und Tochter Sheila (31) als Tänzerin bei Knie aufgetreten sind, folgt diese Saison Sohn Dustin (35) nach. Von kleinauf von seinem Vater trainiert, begann Dustin seine Karriere als Handstandakrobat und wurde bereits als junger 24-Jähriger von Knie für eine Saison engagiert. Inzwischen hat er sich längst als Comedy-Jongleur etabliert, der es versteht, beim Publikum die ganze Partitur des Lachens abzurufen. «Er vereint Jonglage und Zaubertricks zu einem Comedy-Leckerbissen», lobt Knie in der Medienmitteillung.

Spross altem Artistenadel

Sich zu einer zirkuskonformen Künstlerfigur zu entwickeln sei ein harter Prozess gewesen, erklärt Dustin Nicolodi. Das Talent für Akrobatik hat er vom Vater geerbt, der dem italienischen Artistenadel «The Nicolodis» entstammt – und der heute international zu den gefragtesten Bauchrednern gehört. Zum Circus Knie besteht seit über 40 Jahren eine enge Verbindung. «Mein Vater ist schon als zehnjähriger Knirps mit seinen Brüdern bei Knie aufgetreten und später auch mehrmals als Bauchredner», erzählt Sohn Dustin nicht ohne Stolz. Denn für das «Zirkuskind», wie er sich bezeichnet, ist Knie der «beste Circus der Welt.» Ihm verdanken Dustin und Schwester Sheila, einer Pole-Akrobatin, womöglich ihre Existenz. Denn auch das Liebesglück seiner Eltern begann bei Knie. Dazu nickt Mama Béatrice (64), die als Miss Schweiz 1975 eine der allerersten Schönheitsköniginnen im Land war, bestätigend. «Wir begegneten uns im Zelt, es war Liebe auf den ersten Blick.»

Vom Akrobat zum Komiker

Dustin Nicolodi war bisher besonders in Deutschland mit seiner Coperlin-Show erfolgreich. Der Name ist seinem Vorbild David Copperfield nachempfunden, doch seine Figur sei das genaue Gegenteil des Weltstars, erklärt er. «Die Differenz zu Copperfields Zauberei ist: Ihm gelingt alles und mir misslingt alles.» Mit seiner gespielten Beklopptheit baut er Schadenfreude beim Publikum auf – und erzeugt herzhaftes Lachen. Ein Erfolgsrezept! 2010 war er bei «Salto Natale» engagiert und bis heute ist seine «Coperlin-Show»über Monate hinweg ein Publikumsmagnet im berühmten «Schuhbecks Teatro» von Fernsehkoch Alfons Schuhbeck in München.

Ist Nachwuchs Verpflichtung?

Traditionsreiche Artistenfamilien sind oft die Wiege zahlreicher Zirkusstars von heute. Ist da Nachwuchs bei Nicolodis Verpflichtung? «Nein», winkt Vater Willer ab. Den Stolz auf den ersten Enkel, den Schwiegertochter Alexandra (29)  mitten auf der Knie-Tournee erwartet, kann der Patron nicht verhehlen. Immerhin wird auch der «kleine Coperlin» bereits beim ersten Schrei Zirkusluft atmen.

«Formidable»

Die Tournee 2018 des Circus Knie startet am 15. März 2018 mit der Première in Rapperswil und endet nach 38 Gastspielorten in Lugano. Das Motto ist «Formidable» und zeigt Artistik, Comedy und die Pferdenummern der Familie Knie.

Vorstellungen                                          
Donnerstag (Première) und                      
Freitag: 20 Uhr
                                           
Samstag: 15 und 20 Uhr                          
Sonntag: 10.30 und 15 Uhr


Zirkuskasse
Mittwoch: 10 bis 18 Uhr
Do bis Sa: 10 bis 21 Uhr
Sonntag: 9.30 bis 15.30 Uhr


Alle Infos: www.knie.ch / www.ticketcorner.ch.

Autor: online@suedostschweiz.ch
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Quelle: südostschweiz