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Ambitionierte letzte Saison

Ambitionierte letzte Saison

Dem Schweizer Langlaufteam steht ein Umbruch bevor. Ein letztes Mal starten Dario Cologna, Laurien van der Graaff und Jovian Hediger in eine Weltcupsaison.

Rinaldo
Krättli
23.11.21 - 04:30 Uhr
Wintersport
Dario Cologna und Laurien van der Graaff, hier im Jahr 2018 während eines Trainings in  Davos, wollen ein letztes Mal für Furore sorgen.
Bild Gian Ehrenzeller/Keystone

Am nächsten Wochenende startet im finnischen Ruka die Weltcupsaison der Langläufer. Angeführt wird das zehnköpfige Schweizer Team von Routinier Dario Cologna. Der 35-jährige Münstertaler hat seine Knieverletzung auskuriert und bestritt vergangenes Wochenende ein FIS-Rennen im schwedischen Gällivare, das er auf dem zweiten Rang über 15 Kilometer klassisch beendete. Ebenfalls am Start sein wird die Davoserin Laurien van der Graaff, die Vizeweltmeisterin im Team Sprint. Mit Jovian Hediger verlässt ein weiterer Athlet die Langlaufbühne. Der Waadtländer hatte im vergangenen Winter seine beste Saison und lief zusammen mit Roman Furger auf den sensationellen zweiten Rang im Teamsprint im schwedischen Ulricehamm.

Es sind grosse Namen, die abtreten. Namen, die gerade im vergangenen Winter mit Podestplatzierungen auftrumpften. Die Erwartungen im Olympiawinter sind zurecht hoch gesteckt. Die letzte Saison der Abtretenden wird kein lockeres Auslaufen. Insbesondere in den Team-Rennen sind Podestplatzierungen an den Olympischen Spielen in Peking das erklärte Ziel. 

Edelmetall in Teamevents als Ziel

«Wir sind uns bewusst, dass wir in der Weltrangliste nicht in den Top 3 sind. Spätestens seit der WM in Oberstdorf wissen wir aber, dass vieles möglich ist. Unser Traum ist und bleibt diese Teammedaille an Olympischen Spielen», lässt sich Christian Flury, Chef Langlauf bei Swiss-Ski, auf deren Homepage zitieren. 20 Jahre sind es her, als die Frauen-Staffel in Salt Lake City die letzte Olympiamedaille einheimste, sogar 50 Jahre (Sapporo) sind es bei den Männern.

Gelingen soll die nächste Teammedaille also in der letzten Saison der abtretenden Bündner Langlaufhelden Cologna und van der Graaff. Es wäre der goldende Abschluss ihrer Karrieren. Swiss-Ski rechnet sich auch Chancen in Einzelrennen aus. Am ehesten gelingen dürfte dies Nadine Fähndrich, die zusammen mit Laurien van der Graaff die letztjährige WM-Silbermedaille gewann. Im Sprint gehört sie zur Weltspitze.

Doch auch Dario Cologna müsse man auf der Rechnung haben, so Swiss-Ski. Der vierfache Olympiasieger hat in seiner Karriere unter verschiedensten Voraussetzungen alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Genau diese Erfahrung könne an diesen Olympischen Spielen mit vielen Fragezeichen und speziellen Gegebenheiten ein nicht zu unterschätzender Faktor sein. Und auch Cologna selbst gibt sich kämpferisch: «Ich stehe vor meinen vierten Olympischen Winterspielen und will dort noch einmal voll angreifen.»

Eine erste wirkliche Standortbestimmung wird der Saisonauftakt in Ruka liefern. Aus Bündner Sicht wird nicht nur der Blick auf Cologna und van der Graaf von Interesse sein. Mit Jonas Baumann und Jason Rüesch werden zwei weitere Bündner im Einsatz stehen.

Aufgebot Langlauf-Weltcup Ruka
Frauen: Laurien van der Graaff, Nadine Fähndrich
Männer: Dario Cologna, Jonas Baumann, Roman Furger, Jovian Hediger, Erwan Käser, Beda Klee, Candide Pralong und Jason Rüesch


Programm Langlauf-Weltcup Ruka
Freitag, 26. November, 12.30 Uhr:  Sprint in der klassischen Technik (Frauen)
Freitag, 26. November, 12.30 Uhr:  Sprint in der klassischen Technik (Männer)
Samstag, 27. November, 10.15 Uhr: 15 km in der klassischen Technik (Männer)
Samstag, 27. November, 13.30 Uhr: 10 km in der klassischen Technik (Frauen)
Sonntag, 28. November, 10.20 Uhr: 10 km Freistil Verfolgung (Frauen)
Sonntag, 28. November, 12.30 Uhr: 15 km Freistil Verfolgung (Männer)

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