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«Es hat uns an die Grenzen des Machbaren gebracht»

«Es hat uns an die Grenzen des Machbaren gebracht»

Die Austragung der Tour de Ski in der Val Müstair hat den OK-Präsidenten Guido Mittner und sein Team vor besondere Herausforderungen gestellt. Massentests und kilometerlange Absperrungen prägten den Anlass aus organisatorischer Sicht.

Rinaldo
Krättli
vor 3 Wochen in
Wintersport
150 Athleten aus 21 Nationen nahmen an der Tour de Ski im Münstertal teil.
PRESSEBILD CLAUDIO DAGUATI

5000 Schutzmasken, 150 Liter Desinfektionsmittel, fünf Kilometer Absperrnetz und ein Kilometer Absperrgitter. Die Eckdaten des diesjährigen Langlaufanlasses Tour de Ski haben sich im Vergleich zu den bisherigen Austragungen markant geändert. Die fünfte Durchführung der Tour de Ski im Val Müstair stellte das OK vor besondere Herausforderungen. «Wir hatten zwar keine Zuschauer, doch die Organisation war aufwendiger als sonst», erklärt Guido Mittner, OK-Präsident gegenüber Südostschweiz Online. «Es hat uns an die Grenzen des Machbaren gebracht», heisst es gar in der Medienmitteilung von Montag.

Für die 80 Voluntaris und das OK sei insbesondere die Sicherstellung der Einhaltung der Schutzbestimmungen eine Herausforderung gewesen. Dies gelang unter anderem mit genannten Absperrungen. Glücklicherweise haben sich aber auch alle an die Konzepte gehalten und viel Disziplin gezeigt, wie Mittner mit Zufriedenheit festgestellt.

Eine weitere Herausforderung war die ungeplante Testaktion vor den Rennläufen. «Eigentlich hiess es, dass alle Athleten getestet anreisen, das war aber nicht bei allen der Fall. Deshalb mussten wir noch vor den Rennen 98 Tests durchführen. Diese mussten im Labor in St. Gallen auch noch ausgewertet werden.» Doch auch das habe geklappt.

Kein Problem stellten hingegen die über 400 Tests nach dem letzten Rennen dar, die geplant werden konnten und im Schulhaus durchgeführt wurden. «Jedes Team hatte seinen Slot. Ein Team wartet draussen, ein Team war beim Testen im Schulgebäude und ein drittes Team wartete jeweils draussen auf der hinteren Seite auf die Resultate.» Für die Organisation der Tests sei wertvoll gewesen, dass bereits Mitte Dezember Massentests für die Bevölkerung vor Ort durchgeführt worden seien. So habe auch diese Herkulesaufgabe ohne grosse Zwischenfälle sehr gut funktioniert, so Mittner.

Gerade einmal ein positiver Test wurde übrigens festgestellt, nämlich jener eines Mitarbeiters des französischen Teams, welcher sofort in die Isolation ging. Ein enger Kontakt ist nun ebenfalls in Quarantäne heisst es von Seiten des OKs. «Wir hätten mit etwa sechs Positiven gerechnet», so Mittner.

Stimmung Dank Cologna-Fanclub

Dass der Event ohne Zuschauer vor Ort stattfand, sei zwar bedauerlich, jedoch sei es erfreulich, dass der Anlass überhaupt stattfinden konnte. «Es ist ein weinendes und ein lachendes Auge», beschreibt Mittner die diesjährige Ausgabe. Dass zumindest in der TV-Übertragung etwas Zuschauer-Ambiente zu hören war, dafür sorgte der Dario Cologna-Fanclub. «Zum Glück hatten wir die Treichlergruppe des Fanclubs von Dario Cologna vor Ort, die an einem gegenüberliegenden Hang für Stimmung sorgte.»

Erfahrungen des Münstertals für Engadiner

Die Erfahrungen im Münstertal sind auch für den Engadin Skimarathon von Bedeutung. Noch ist offen, ob aufgrund der Corona-Situation eine Durchführung des Engadin Skimarathon möglich ist. Am Montag nach dem Rennen sei Mittner mit dem OK des Engadin Skimaratons in Kontakt gewesen. Doch nur weil die Tour de Ski durchgeführt werden konnte, heisse das nicht, dass dies automatisch heisse, dass auch der Engadiner stattfinden könne, so Mittner.

«Gewisse Dinge könnte man sicher auch beim Engadiner übernehmen. Doch einiges ist ganz anders. Vor allem die Distanz von 40 Kilometern. Das grosse Problem ist nicht unbedingt der Start und das Ziel, sondern das, was dazwischen ist», erklärt Mittner. Ob der Engadiner durchgeführt wird, dürfte diese Woche entschieden werden.

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