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Rückkehr der Weltmeisterinnen in die Einöde

Südostschweiz
17.03.16 - 11:17 Uhr
Graubünden

Zwischen 2010 und 2014 hat sich für Binia Feltscher, die 37-jährige Flimserin, sehr vieles verändert. Vor sechs Jahren stand Feltscher mit ihrer Crew des CC Flims noch im Schatten der übermächtigen Mirjam Ott, ihrer früheren Weggefährtin. Das erste WM-Turnier, an dem Feltscher als Skip das Sagen hatte, missriet. Die Schweizerinnen verloren in Swift Current acht von elf Spielen und kehrten als enttäuschende und enttäuschte Zehnte zurück.

Vier Jahre später, just nach Otts Rücktritt, qualifizierte sich Feltscher als Schweizer Meisterin zum zweiten Mal für eine Weltmeisterschaft in Kanada, jene von Saint John. Mit einem auf allen übrigen Positionen veränderten Team trumpfte sie grossartig auf und wurde mit der Gesamtbilanz von 11:3 Siegen Weltmeisterin.

Vor einem Jahr mussten die Flimserinnen ihren Rivalinnen des CC Baden Regio um Skip Alina Pätz an den Schweizer Meisterschaften den Vortritt lassen. Pätz ihrerseits gewann hierauf in Sapporo ebenfalls den WM-Titel.

Aufstellung wie beim WM-Titel

In diesem Jahr ist die Reihe wieder an den Flimserinnen, die immer noch in der gleichen Besetzung spielen wie 2014. Die Bernerinnen Christine Urech und Franziska Kaufmann nehmen die Positionen 1 und 2 ein, die Zürcherin Irene Schori ist die Nummer 3 und Vizeskip, und Skip Binia Feltscher spielt das vierte Steinepaar. «Ich bin sicher, dass wir uns nach dem WM-Titel noch weiterentwickelt haben», sagt Feltscher. «Es ist klar, dass wir nach Kanada gehen, um wieder ein sehr gutes Resultat herauszuholen.»

Die Qualifikation an den Schweizer Meisterschaften in der vertrauten Halle in Flims war für Feltscher keineswegs einfach. Sie musste sich nicht nur gegen die aktuelle Weltmeisterin Pätz wehren, sondern auch gegen die von Silvana Tirinzoni angeführten Aarauerinnen, das überragende Team der internationalen Turniersaison.

Um Olympia-Quotenplätze

Noch schwieriger wird es in Swift Current werden. An den Weltmeisterschaften 2016 und 2017 wird der Grossteil der Quotenplätze für die Olympischen Spiele 2018 im südkoreanischen Pyeongchang vergeben. Viele Nationen haben für die Winterspiele ihre stärksten Teams gesetzt und schicken sie auch schon an die WM-Turniere. Kanada und die Schweiz gehören zu den immer weniger werdenden Nationen, die die jeweiligen Landesmeister an die Weltmeisterschaften entsenden.

In der kanadischen Meisterschaft setzte sich zum ersten Mal das Quartett aus Calgary um Skip Chelsea Carey durch. Auch ohne jede Erfahrung an WM-Turnieren wird Carey in Swift Current zu den ersten Medaillenanwärterinnen gehören, ebenso wie die Weltmeisterin 2013 Eve Muirhead aus Schottland, die Olympia-Zweite Margaretha Sigfridsson aus Schweden und die zweimalige Europameisterin Anna Sidorowa aus Russland.

Die Schweizerinnen werden also mindestens eines dieser vier starken Teams hinter sich lassen müssen, um in die Playoffs der besten vier einzuziehen. Immer mehr Beachtung verdienen die asiatischen Teams. Dass sich Ex-Weltmeister China nicht qualifizieren konnte und Japan sowie Südkorea den Vortritt lassen musste, spricht für die Stärke der Crews aus Fernost. (phl)

 

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