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Final des Laax Open ohne Podladtchikov

Drei Schweizer Halfpipe-Fahrer haben sich für den Final des Laax Open vom Freitag qualifiziert. Nicht zu diesem Trio gehört der als einer der Favoriten gestartete Iouri Podladtchikov.

Südostschweiz
21.01.16 - 08:45 Uhr
Asylpolitik

Der Olympiasieger erlebte in der weltweit grössten Halfpipe einen Tag zum Vergessen. Motivation und Ehrgeiz hatten gestimmt, die Vorfreude auf den einzigen Grossanlass des Winters im eigenen Land war gross. Am frühen Nachmittag verliess Podladtchikov den Crap Sogn Gion dann rat- und wortlos. Mit dem Halbfinal-Out hatte der Titelverteidiger, der in Laax seit 2007 stets in den Top 4 klassiert war, nicht gerechnet.

In seinem ersten Lauf setzte er nach dem vierten Sprung mit dem Gesäss im Schnee auf, im zweiten stürzte er nach dem zweiten Sprung über die Oberkante der Pipe. Zwei bei Akribiker Iouri Podladtchikov selten gesehene Fehler führten zum vorzeitigen K.o. «Iouri hat nichts falsch gemacht, es war einfach nicht sein Tag. So, wie es auch bei einem Tennisspieler in der ersten Runde eines Grand Slams vorkommen kann, wenn der Gegner über seinen Verhältnissen spielt und er selber nicht 100 Prozent abliefern kann», analysierte Chefcoach Pepe Regazzi das Ausscheiden seines an sich konstantesten Fahrers.

Zu wenig aggressiv

Podladtchikovs Fahrweise war in Anbetracht der etwas schwierigen Wetter- und Sichtverhältnisse – im flachen Bereich zwischen den Wänden lag Neuschnee, dazu war es neblig – wohl zu wenig aggressiv. «Wie ich ihn kenne, braucht er nun Ruhe zum Analysieren, auch was im Vorfeld des Contests vielleicht falsch lief», so Regazzi, der das Laax Open im Hinblick auf die X-Games von kommender Woche als willkommene Trainingsmöglichkeit unter Wettkampfbedingungen sah.

Podladtchikov war nicht der einzige prominente Fahrer, der den Finaleinzug verpasste. Neben dem Schweizer Teamleader gehören unter anderem auch der japanische Olympia-Dritte Taku Hiraoka, der Amerikaner Danny Davis oder der einstige Weltmeister Antti Autti aus Finnland nicht zu den Top 12 des mit acht Halfpipe-Finalisten von Sotschi bestückten Laax Open.

Kein Duell mit White

Aus verschiedenen Gründen kam es nicht zum Aufeinandertreffen zwischen Podladtchikov und seinem «ewigen» sportlichen Konkurrenten Shaun White. Der am Sonntag wegen eines Todesfalls in der Familie wieder in die USA zurückgereiste Superstar trat am Mittwoch nicht an. Er wird es auch im weiteren Verlauf der Woche nicht tun. Der zweifache Olympiasieger hatte sich erkundigt, ob es eine Möglichkeit gäbe, «einzusteigen» – mit dem Zusatz, darauf zu verzichten, «falls auch nur ansatzweise daran gezweifelt wird». Die Laaxer Organisatoren nahmen daraufhin Rücksprache mit einigen erfahrenen Coaches. Regazzi sprach aus, was andere ebenfalls dachten: «Die Glaubwürdigkeit des Anlasses hätte darunter gelitten.»

Im Rennen um den Sieger-Check von 75'000 Dollar werden am Freitag Nachmittag drei Schweizer mitmischen. Christian Haller und David Hablützel (in seinem Stamm-Resort) qualifizierten sich als Zweite ihres Heats problemlos für den Final der Top 12. Mit Pat Burgener, der wieder voll auf die Disziplin Halfpipe setzt, schaffte ein Dritter den Cut. Der Walliser realisierte die zweitbeste Punktzahl aller nicht direkt qualifizierten Fahrer. Bei den Frauen sind unter den sechs Finalistinnen keine Schweizerinnen vertreten. Am knappsten (mit etwas mehr als 5,5 Punkten Rückstand) scheiterte die 19-jährige Innerschweizerin Verena Rohrer als Achte.

 

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