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Skifahren verbindet Welten

Sayed Alishah und Sajjad trainieren in St. Moritz für ein grosses Ziel: Olympia 2018. Hinter dem Aufenthalt der beiden Afghanen in Graubünden steckt mehr als ein exotisches Olympiaprojekt: Aufbauhilfe für ihre Heimat.

Südostschweiz
18.01.16 - 21:00 Uhr
Asylpolitik

Ihren Ursprung nahm die ungewöhnliche Verbindung zwischen Afghanistan und St. Moritz vor ein paar Jahren bei NZZ-Journalist Christoph Zürcher. Dieser weilte in den Bergen Afghanistans und war von deren von Pulverschnee überzuckerten Hängen so angetan, dass er dort Skifahren wollte. Und dabei die Bevölkerung von Bamyan einbinden.

Mit Skimaterial, Skilehrern, etwas Geld, Nahrungsmitteln und viel Überzeugungsarbeit gelang es ihm, die Einheimischen zum Skifahren zu bringen. 2011 organisierte er erstmals die Afghan Ski Challenge, ein Massenstartrennen mit Aufstieg und Abfahrt.

Als Impulsgeber für ihre Heimat

Zusammen mit Martin Berthod, dem Direktor Sport und Events von St.  Moritz Tourismus, entstand die Idee, die Besten dieses Rennens nach St.  Moritz zu holen, um sie auf einen Grossanlass vorzubereiten. Und vor allem als Impulsgeber für ihre Heimat zu inspirieren und auszubilden. Sayed Alishah und Sajjad, die sich als die schnellsten Skifahrer in ihrer Heimat bewiesen haben, sollen dort ihr Wissen weitergeben und die Afghan Ski Challenge organisieren.

Bis zu einer Teilnahme an den Olympischen Spielen 2018 sind noch einige Aufgaben zu meistern. Aber Berthod hat bereits weitere Träume: Zu gern würde er Sajjad und Sayed Alishah an der WM im kommenden Jahr in St.  Moritz begrüssen. «Sie würden als Erste einlaufen», sagt er. «Es wäre ein schönes Zeichen für die Welt.» (so)

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