Auch in Zukunft gibt es Olympisches Abfahrts-Gold
Fis-Präsident Gian-Franco Kasper war im Zuge des Forums Alpinum in Sölden sichtlich um Besänftigung bemüht. Der Bündner relativierte eigene Aussagen über eine mögliche Eliminierung der Disziplin Abfahrt aus dem olympischen Programm.
Fis-Präsident Gian-Franco Kasper war im Zuge des Forums Alpinum in Sölden sichtlich um Besänftigung bemüht. Der Bündner relativierte eigene Aussagen über eine mögliche Eliminierung der Disziplin Abfahrt aus dem olympischen Programm.
«Wir werden die Abfahrt bei Olympischen Spielen nie abgeben. Das ist sicher», sagte der Bündner Gian-Franco Kasper zu Beginn seines Auftritts beim traditionellen Treffen vor dem alpinen Weltcup-Auftakt in Sölden. Die Diskussionen hatte der Präsident des Internationalen Skiverbandes in der vergangenen Woche beim Forum Nordicum, dem vorsaisonalen Treffen der Nordischen, in Szklarska Poreba (Polen) selber ins Rollen gebracht. Kasper hatte es als durchaus mögliches Szenario angedeutet, dass die schnellste alpine Disziplin unter anderem aus Kostengründen im olympischen Programm zur Disposition stehen könnte.
In Sölden nahm Kasper seiner Aussage die Würze. Er habe lediglich etwas provozieren wollen. «Ich wollte darauf aufmerksam machen, dass der Fall durchaus eintreten könnte.» Als Hintergrund für seine Äusserungen nannte Kasper den Kostendruck, dem sich das Internationale Olympische Komitee bei der Programmgestaltung der Spiele ausgesetzt sieht.
Sinkendes Interesse
Die Legitimation der Abfahrt im alpinen Wettkampfprogramm bei Olympischen Spielen war jüngst zusätzlich in Frage gestellt worden. Die Diskussion ebenfalls angeregt hatten das sinkende Interesse von Fernsehstationen für den Erwerb von Übertragungsrechten und der Fakt, dass das für die Spiele 2022 in Peking vorgesehene Terrain nicht den vorgeschriebene Höhenunterschied aufweist. Gemäss Reglement muss diese Differenz für Abfahrten im Weltcup, bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen im Minimum 800 Meter betragen.
Ganz andere Probleme bereitet das Alpin-Gebiet der Winterspiele 2018 in Südkorea. Die Abfahrtspiste soll zwar fertig gebaut sein. «Die Strecke ist steil genug und eine echte Herausforderung. Hannes Trinkl (Fis-Verantwortlicher Speed-Disziplinen, Red.) hat bei einer Inspektion im September den Kurs bereits ausgeflaggt», berichtete Markus Waldner, der Fis-Renndirektor Männer. Dagegen haben sich beim Bau der Infrastruktur immense Verzögerungen ergeben. Liftanlagen und Einrichtungen für die Produktion von Kunstschnee sind noch nicht erstellt.
Gleichwohl ist die Fis-Chefetage zuversichtlich, dass die Testwettkämpfe der Männer, eine Abfahrt und ein Super-G, im Februar wie vorgesehen stattfinden werden. Das für den Bau zuständige vorarlbergische Unternehmen Doppelmayr/Garaventa soll in den nächsten Tagen zusätzliches Personal nach Südkorea entsenden, das für die Beendigung der brach liegenden Arbeiten innert nützlicher Frist sorgen soll. (si)
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