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Schreiben die Schweizerinnen ein weiteres Märchen?

Schreiben die Schweizerinnen ein weiteres Märchen?

Vor zwei Jahren sorgten die Schweizer Frauen an der Heim-WM beinahe für eine Sensation. Erst in der Verlängerung scheiterte das Team an Schweden. Wie stehen die Chancen vor der nächsten WM?

Rinaldo
Krättli
26.11.21 - 04:30 Uhr
Unihockey
Vor zwei Jahren sorgten die Schweizerinnen für grosse Emotionen im Halbfinale und im Finale.
Bild Keystone

Die Schweizer Unihockey Nationalmannschaft der Frauen startet am kommenden Samstag gegen Tschechien ins nächste WM-Abenteuer. Nationaltrainer Rolf Kern will dort anknüpfen, wo das letzte Abenteuer – die WM in Neuenburg mit dem Gewinn der Silbermedaille – aufgehört hat. «Die Winner-Mentalität, die wir an der Heim-WM an den Tag gelegt haben, nehmen wir an diese WM mit. Wir werden mit diesem gestärkten Selbstvertrauen auftreten», so Kern im Interview mit dem Verband Swiss Unihockey.

Rückblende zur WM 2019 in Neuenburg

Zweimal rettete sich die Schweiz 2019 in extremis kurz vor Schluss. Im Halbfinale gegen Tschechien lag die Schweiz mit 1:6 zurück und drehte die Partie mit einer Aufholjagd, die 8:23 Minuten vor Schluss begann. In der Verlängerung sorgte Michelle Wiki für den Sieg. Im Finale gegen Schweden hielt die Schweiz die Partie bis zum Ende ausgeglichen. Nur mit 1:2 lag die Schweiz zurück, ehe die Churerin Corin Rüttimann 8 Sekunden vor Schluss zum Ausgleich traf. In der Verlängerung glückte dann den Schwedinnen der Treffer zum Weltmeistertitel.

Wiederholt sich das Unihockeymärchen von Neuenburg im schwedischen Uppsala? Stefan Salzmann, Sportredaktor der Südostschweiz und Unihockeyexperte, schätzt die Chancen der Schweizerinnen ein.

Die Erfahrungen der WM 2019, und insbesondere der Final gegen Schweden, sei mental «eine schöne Sache», viel mehr aber auch nicht, meint Salzmann. Die jüngsten Vorbereitungsspiele gegen Schweden hätten die Verhältnisse klar aufgezeigt – zuungunsten der Schweiz. Für die Schweiz spreche die Konstellation. Läuft alles nach Plan, treffen die Schweizerinnen erst im Finale wieder auf Schweden.

Stefan Salzmann zur Vorbereitung der Schweizerinnen.

Wie immer in den letzten Jahren wird die Schweizer Nationalmannschaft von einer starken Bündner Fraktion vertreten sein. Die Form und Ausgangslage der fünf Bündnerinnen beurteilt Salzmann unterschiedlich.

Stefan Salzmann über die Bündner Fraktion.

Die Bündner Fraktion in der Nationalmannschaft

Lara Heini, Torhüterin Pixbo (SWE) – 56 Spiele*
Flurina Marti, Verteidigerin Pixbo (SWE) – 104 Spiele/33 Tore/72 Assists
Chiara Gredig, Verteidigerin Sirius (SWE) – 19 Spiele/3 Tore/0 Assists
Corin Rüttimann, Stürmerin Chur – 114 Spiele/108 Tore/55 Assists
Vivien Kühne, Stürmerin Winterthur – 5 Spiele/0 Tore/3 Assists
*Spiele mit der Nationalmannschaft

Die Zielsetzung müsse der WM-Titel sein, sagt Salzmann. Dies trotz der zwiespältigen Vorbereitungsspiele mit hohen Niederlagen gegen die Schwedinnen.

Stefan Salzmann über die Zielsetzung Weltmeister zu werden.

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